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12.08.2020, 17:31 Uhr
Unwetter in Saarbrücken
Bericht Saarbrücker Zeitung von Martin Rolshausen und Marcus Kalmes
Abkühlung, geplant und auch überraschend
Der St. Johanner Markt in der Saarbrücker Innenstadt verwandelte sich bei dem Unwetter am Dienstag in eine Wasserlandschaft.    
Saarbrücken Die Stadt rettet in der Hitzeperiode Grünanlagen vor dem Verdursten. Freibadplätze bleiben aber limitiert. Ein Unwetter brachte Mensch und Natur am Dienstag Abkühlung, sorgte jedoch in Saarbrücken für einen Großeinsatz der Rettungskräfte.
 
Erst kam Regen. Dann kamen Donnergrollen, Sturm und Hagel. Dann hörte man bereits die Sirenen. Polizei und Feuerwehr hatten am Dienstag in Saarbrücken ab 16.30 Uhr alle Hände voll zu tun. In drei Stunden mussten die Berufsfeuerwehr sowie der Großteil der Freiwilligen Feuerwehr Saarbrücken 110 Einsätze stemmen: Äste waren abgebrochen, Ziegel heruntergefallen, Wasser in Gebäude gelaufen,  Straßen überflutet. Insgesamt waren knapp 150 Helfer von der Berufsfeuerwehr und von der Freiwilligen Feuerwehr im Dauereinsatz.
 
 
Die Polizei-Inspektionen Sulzbach und Völklingen erklärten auf SZ-Anfrage, dass es in ihren Zuständigkeitsgebieten keine größeren Unwetter-Probleme gegeben hat. Vom Unwetter betroffen waren nach Angaben der Berufsfeuerwehr überwiegend die Saarbrücker Innenstadt sowie die Stadtteile Brebach, Güdingen und Fechingen. Verletzte gab es keine. Auf der Autobahn 620 musste nach Angaben der Polizei-Inspektion Saarbrücken-Stadt zwischen 17.20 und 17.50 Uhr in Höhe der Bismarckbrücke in jeder Fahrtrichtung die Überholspur wegen Überflutung gesperrt werden.
 
 
Ärger über Unwetter-Schäden und Aufatmen wegen der kurzen Abkühlung – mit beidem hatte kaum jemand in dieser Heftigkeit gerechnet. Offenbar auch die Saarbrücker Stadtverwaltung nicht. Wie jeden Tag in dieser heißen Zeit schwärmten am Dienstag ab dem frühen Morgen rund 30 Mitarbeiter im Stadtgebiet aus, um zu gießen. „Neben den Jungbäumen werden Blumenampeln, Blumenkübel und Pflanzbeete gewässert“, teilte Michaela Kakuk von der Stadtpressestelle mit. Unterschiedlich große Tankfahrzeuge mit einem Fassungsvermögen zwischen 1000 und 3000 Litern waren auch gestern unterwegs. Darüber hinaus nutzten die städtischen Gießtrupps Hydranten. An einigen Orten, zum Beispiel im Deutsch-französischen Garten, stehen auch Wassersprenger zur Verfügung. „Zudem unterstützen die freiwilligen Feuerwehren im Rahmen ihrer Möglichkeiten beim Bewässern der Pflanzen und Bäume im Stadtgebiet“, sagte Kakuk. Die städtischen Grünanlagen, so lautete die Botschaft, werden mit ausreichend Wasser versorgt.
 
  Dass sie alle, die es wollen, mit einem Platz am Wasser versorgt, kann Gabriele Scharenberg-Fischer nicht sagen. Die Geschäftsführerin der städtischen Bäder GmbH kann wegen der Corana-Maßnahmen nicht so viele Menschen in die Saarbrücker Bäder lassen, wie dort gerne reinmöchten. Das hatte am Samstag zu Tumulten vor dem Totobad geführt (wir berichteten). An heißen Tagen waren in den vergangenen Jahren bis zu 7000 Besuchern im beliebtesten Saarbrücker Freibad, sagt Scharenberg-Fischer. Zurzeit dürfen sich dort nicht mehr als 920 Menschen gleichzeitig aufhalten. Um möglichst vielen den Zugang zu ermöglichen, hat die Bäder GmbH zwei Schichten eingerichtet: Die ersten 920 Besucher dürfen zwischen 9 und 14 Uhr ins Bad, die zweite Phase ist zwischen 15 und 20 Uhr. Dazwischen haben die Mitarbeiter eine Stunde Zeit für Hygienemaßnahmen, also die Säuberung des Bades.
 
Um das Ganze steuern zu können, hat die Stadt beschlossen, dass die Eintrittskarten vorab übers Internet gekauft werden müssen. Wer eine Karte vorab gekauft hat, kommt rein, wer keine hat, nicht. Das war die Theorie. Weil es Menschen gibt, die keinen Zugang oder keine Erfahrung mit dem Internet haben, habe man es ermöglicht, auch einen Teil der Karten direkt an der Kasse zu kaufen. Das sei auch ein „Entgegenkommen“ für Menschen gewesen, die lieber bar als mit Karte übers Internet zahlen, sagt Scharenberg-Fischer. Und auch für Kinder und Jugendliche, die ja nicht geschäftsfähig sind, somit im Internet keine Karten kaufen und auch nicht auf Hilfe der Eltern rechnen können, war das kleine Kartenkontingent an der Kasse gedacht.
 
Die Botschaft sei auch auf der Internetseite der Bäder GmbH klar formuliert, auf Deutsch und Französisch: Wer keine Karten gebucht hat, hat wenig Chancen, ins Bad zu kommen. „Die kommen aber trotzdem alle“, sagt Scharenberg-Fischer. Das habe am Samstag zu Problemen geführt. Bereits am Sonntag habe man reagiert, mehr Sicherheitspersonal eingesetzt und die „Wegführung an der Kasse besser organisiert“.
 
 Markus Backes von der Stadt Saarbrücken gießt das Grün vor der Turnhalle in der Scharnhorststraße – das war vor dem Unwetter.  
Nun überlege man, ob man für die zweite Schicht klar kommuniziert, dass nur derjenige reinkommt, der vorher Karten gekauft hat. Es gebe dann nur noch Nicht-Internet-Karten für die erste Schicht. „Wir sind uns aber noch unsicher und in Abstimmung mit der Stadt“, sagt Scharenberg-Fischer. Denn auch wenn zweisprachig bekanntgemacht wird, dass man am Nachmittag gar nicht erst zu kommen braucht, wenn man keine Karte hat, sei die Gefahr groß, dass „die dann wieder alle kommen und Stunk machen“. Man mache sich dazu weiter Gedanken. Was gut funktioniere: der Wechsel zwischen den Schichten. „Wir hatten die Befürchtung, dass wir die Leute um 14 Uhr nicht aus dem Bad rauskriegen. Aber das klappt ohne Probleme“, sagt Scharenbarg Fische.
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