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13.09.2019, 14:46 Uhr
Saarbrücker Traditionsbetrieb saniert : Schröder verabschiedet sich aus der Insolvenz
Bericht Saarbrücker Zeitung von Michael Jungmann Chefreporter
Fleischwarenfabrik Schröder beendet Insolvenz. 330 Arbeitsplätze bleiben
Saarbrücken Gläubiger der Fleischwarenfabrik stimmen zu. Rund 330 Arbeitsplätze gesichert.
Der Wurst- und Fleischwarenhersteller Schröder steht unmittelbar vor dem erfolgreichen Abschluss des Insolvenzverfahrens, das im April in Eigenverwaltung beantragt worden war. Die Gläubigerversammlung, die am Donnerstag in der Sulzbacher Außenstelle des Amtsgerichtes Saarbrücken tagte, stimmte bei einer Enthaltung dem von der Kanzlei des Sanierungsgeschäftsführers (CRO) und Anwaltes Franz Abel vorgelegten Insolvenzplan zu. Dies bestätigten Abel und der vom Gericht als Sachwalter eingesetzte Insolvenzexperte Rechtsanwalt Günter Staab auf Anfrage unserer Zeitung. Die Schröder-Gläubiger erhalten eine Quote von 25 Prozent auf ihre Forderungen. Insgesamt sind rund vier Millionen Euro an Forderungen eingegangen. Größter Gläubiger ist die Bundesagentur für Arbeit, die drei Monate Insolvenzgeld an die Belegschaft finanzierte. Über 200 Gläubiger waren - zum größten Teil über Vollmachten - in der Versammlung vertreten. Jetzt läuft eine zweiwöchige Frist, in der noch gegen den gerichtlich bestätigten Insolvenzplan Beschwerde eingelegt werden kann. Danach wird das Verfahren, so Abel, mit Auszahlung der Quoten an die Gläubiger beendet.
 
Rund 330 von einst 480 Arbeitsplätzen (Voll- und Teilzeit) in Produktion, Verkauf und Verwaltung sind damit gesichert. Das Unternehmen trennte sich in den letzten Monaten von 150 Mitarbeitern, von denen knapp 60 für maximal ein halbes Jahr in eine Qualifizierungsgesellschaft gewechselt sind. In 68 Fällen kam es zu Kündigungen. Mit anderen Beschäftigten wurden Aufhebungsverträge geschlossen. Der Großteil der Betroffenen war in Filialgeschäften des Traditionsunternehmens, beschäftigt. Das Filialnetz wurde im Rahmen der Sanierung stark ausgedünnt. Von einst mehr als 20 Außenstellen bleiben jetzt noch zehn. Die Geschäfte in St. Ingbert, Püttlingen und Saarlouis sollen künftig als so genannte „Sommelier“-Filialen geführt werden. Weitere Filialen bleiben im Vorkassenbereich von Kaufland-Märkten. Der Direktverkauf an den Standorten Saarbrücken und Kaiserslautern soll planmäßig ausgebaut werden.
 
Nach Informationen unserer Zeitung schrieb das Unternehmen, das derzeit in der sechsten Generation der Familie Schröder geführt wird, mit seinen Filialen bereits seit Jahren rote Zahlen. Verluste konnten bis 2016 durch Erträge aus anderen Bereichen und durch Mieteinnahmen ausgeglichen werden. Durch die Schließung der Filialen ist jetzt ein Umsatzrückgang von etwa sechs Millionen Euro auf 35 Millionen Euro zu verkraften. Sanierer Abel spricht aber von einem „deutlich höheren Ertrag“. Direktverkauf, Frischdienst, Großhandel, Catering sind neben den verbleibenden Filialen die Geschäftsfelder.     
 
Abel kommentiert den bevorstehenden Abschluss des Insolvenzverfahrens mit der Feststellung: „Das Unternehmen hat jetzt eine perfekt sanierte Bilanz. Nun kommt es darauf an, die Firma für die Zukunft betriebswirtschaftlich sicher auszurichten und in eine digitale Zukunft zu führen.“ Der Anwalt bleibt „bis auf weiteres“ bei Schröder neben Geschäftsführer Roman Tschunky als Sanierungsgeschäftsführer an Bord. Sein Kollege Matthias Bayer hat Generalvollmacht.
 
 
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