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10.08.2019
Bericht Saarbrücker Zeitung
 Saarbrücken Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) unterstützt das Vorpreschen seines bayrischen Amtskollegen beim Klimaschutz.           
 
Tobias Hans ist an diesem Morgen froh, dass es nach Tagen großer Hitze endlich geregnet hat. Wegen der Natur, wie der CDU-Landeschef betont. Ihm selber mache die Hitze nicht viel aus. Sein Büro in der Staatskanzlei sei zwar klimatisiert – aber  deshalb bleibe er abends nicht länger, sagt er auf Nachfrage schmunzelnd.
 
Erzählen Sie doch bitte mal die Anekdote, wie Sie fast ein Grüner geworden wären.
 
HANS (lacht) Ich habe mich schon als Jugendlicher sehr stark für die Natur interessiert. Für mich war immer das Schönste, mit meinem Patenonkel in den Wald zu gehen, wo wir uns Bäume oder Vögel angeguckt haben. Damals hat mich sehr umgetrieben, dass viel Müll im Wald abgeladen wurde. Dagegen wollte ich etwas tun. Deshalb  habe ich mich erkundigt, was die Grünen machen, wie deren Programmatik aussieht.  Es war aber schließlich die Junge Union, die mich begeistert hat. Denn diese hat damals bei uns vor Ort mit der Dorfjugend Waldsäuberungsaktionen  durchgeführt, und da fand ich dann am Ende auch die politische Mischung  besser als bei den Grünen. Als 14-Jähriger wusste ich noch nicht, wie ich mich persönlich weiter entwickeln werde. Doch  heute weiß ich: Ich habe  mich damals  richtig entschieden. Die CDU bot mir als unideologische Partei Raum für diese Entwicklung.
 
In Sachen Klimaschutz präsentieren sich CDU und CSU derzeit allerdings fast schon grüner als die Grünen. Ihr Parteikollege Michael Kretschmer, Ministerpräsident in Sachsen, hat kürzlich gefordert: Die Union muss aufhören, den Grünen hinterherzulaufen. Sonst steht sie plötzlich an einer Stelle, wo sie nicht hingehört.’ Sehen Sie das auch so?
        
 
HANS Es geht nicht darum, den Grünen hinterherzulaufen. Wir müssen vielmehr wieder zu unseren Wurzeln zurückfinden. Das fällt mir als saarländischem Christdemokraten umso leichter, weil wir mit Berthold Budell (CDU) im Saarland den ersten Umweltminister in Deutschland hatten. Das war nicht Joschka Fischer von den Grünen. Budell war bekannt als Quergeist und trotzdem hat man ihn zum Minister gemacht. Das war eine mutige Entscheidung. Und diesen Mut, auch mal Unbequemes und unbequeme Wahrheiten anzugehen, den wünsche ich der CDU wieder, denn der ist verloren gegangen.
 
Also, wenn man Bayerns CSU-Ministerpräsidenten Markus Söder in letzter Zeit so reden hört, kommt man eigentlich nicht auf den Gedanken, dass eine umwelt- und klimafreundliche Politik in der Union schon immer tief verwurzelt gewesen ist. Man reibt sich eher die Augen...
 
    
 
HANS Ich glaube, das Problem in der Union ist, dass  die Köpfe, die diese Themen besetzt haben, bislang nicht richtig wahrgenommen wurden,  vielleicht weil sie auch nicht prominent  genug sind. Deswegen begrüße ich es auch, dass der Parteivorsitzende der CSU den Klimaschutz nun zu seiner Sache gemacht hat. Söder macht das richtig. Ich bin da als Ministerpräsidenten-Kollege an seiner Seite. Klimaschutz ist ein ur-christdemokratisches Anliegen.
 
Die Klimaschutz-Debatte macht vielen Menschen Angst. Sie befürchten, dass die Kosten insbesondere Geringverdienern und der Landbevölkerung teuer zu stehen kommen werden.        
 
HANS Da ist es für die CDU deutlich schwieriger als etwa für die Grünen, sich zu positionieren. Von uns als Volkspartei  wird zurecht auch erwartet, dass wir alle in den Blick nehmen. Wir dürfen nicht nur Politik  für die Menschen in den Städten machen,  die es leichter haben, sich klimafreundlich zu verhalten. Wir müssen Politik machen für die Bevölkerung im ländlichen Raum, mit teils langen Pendelstrecken zur Arbeit. Im Saarland ist das von ganz besonderer Bedeutung. Kurzum, die Energiewende darf nicht auf dem Rücken dieser Menschen ausgetragen werden. An diesem Punkt müssen wir auch ehrlich sein und sagen, dass es nur mit Einschränkungen jedes Einzelnen möglich sein wird.  Derzeit ist zum Beispiel der Strom für energieeffizientere und damit CO2-sparsame Wärmepumpen  teurer, als fossile Brennstoffe zum Heizen zu verwenden. Die Energiebepreisung  muss auch in diesem Bereich geändert  werden. Soziale Härten müssen aber  vermieden werden, indem wir die Förderpraxis anpassen.
 
Bei einigen wichtigen politischen Fragen hat man den Eindruck, dass die Politik eher reagiert, anstatt zu agieren. Das war beim Atomausstieg so, bei dem von Schülern eingeforderten Klimaschutz und zuletzt auch bei der Nachpersonalisierung der saarländischen Polizei, die ja erst nach dem Brandbrief von Saarlouis’ Oberbürgermeister Peter Demmer ins Rollen kam...
 
HANS Es ist gut, dass in einer pluralistischen Gesellschaft  Probleme öffentlich aufgegriffen, kontrovers diskutiert und am Ende politisch gelöst werden. Bei der Polizei war von Anfang an klar, dass wir etwas tun müssen. Wir haben schon seit Längerem darüber innerhalb der Landesregierung gesprochen, und Innenminister Klaus Bouillon hat zu jeder Zeit auf die Lage der Polizei hingewiesen. Deshalb ist es  richtig und wichtig, dass wir darauf jetzt auch reagieren und handeln. Schließlich ist es doch auch unsere Aufgabe als politisch Verantwortliche, auf Missstände rasch zu reagieren. Wir müssen nur darauf achten, dass am Ende nicht diejenigen, die am lautesten schreien, am meisten bekommen.,,
 
Sie haben kürzlich angedeutet, dass auch bei der Personalisierung der Lehrerschaft noch etwas geschehen muss. In dieser Legislaturperiode?
 
HANS Zunächst einmal ist festzuhalten, dass wir trotz sinkender Schülerzahlen die Lehrerstellen konstant halten können und  weniger Stellen abbauen als ursprünglich geplant. Der Bildungsminister hat hier zu Recht darauf hingewiesen, dass es diesen Bedarf gab. Gleichzeitig  werden wir  auch weiterhin schauen müssen, dass wir unsere Schulen adäquat ausstatten mit Lehrerinnen und Lehrern sowie  Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern – sogenannten multiprofessionellen Teams. Ich sage aber auch: Bei der Landtagswahl vor fast zweieinhalb Jahren hat die CDU ein fulminantes Wahlergebnis erreicht – und das auch wegen unserer Bildungspolitik. Es ist zwar bei einem SPD-Bildungsminister geblieben, aber wir haben als CDU einen Koalitionsvertrag ausgehandelt, der Veränderungen beinhaltet. Dazu gehört, dass Lehrerstellen nicht nur dort eingesetzt werden, wo es der Parteiprogrammatik des SPD-Koalitionspartners passt. Die CDU legt Wert darauf, dass es neue Förderschulen gibt – es gibt jetzt zwei neue – und im freiwilligen Ganztagsangebot weiter personalisiert wird. Nur im freiwilligen Ganztagsangebot Lehrerwochenstunden abzuziehen, wie es der Bildungsminister will, das wird mit der CDU nicht funktionieren. Deswegen müssen wir uns da in der Koalition nochmal zusammensetzen.
 
Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) hat vorgeschlagen, dass CDU und SPD im Herbst zu einer Klausur zusammenkommen, den Koalitionsvertrag nochmal durchgehen und prüfen, ob all’ die Abmachungen noch den aktuellen Gegebenheiten entsprechen. Geht die CDU darauf ein?
 
HANS Das haben wir längst miteinander abgestimmt. Ich glaube aber nicht, dass es mit einer einmaligen Klausur getan ist. Es braucht eine ständige Task Force, die  innerhalb der Koalition vertrauensvoll daran arbeitet, dass wir vorankommen. Diese Arbeitsgruppe werden wir einrichten. Zudem habe ich der SPD vorgeschlagen, dass wir gemeinsam ein Zukunftsbild 2030 für das Saarland entwickeln, um unsere Positionen überein zu bringen.
        
 
Nach letzten Umfragen ist Rehlinger die beliebteste Politikerin im Saarland. Schmerzt das den Regierungschef, der immerhin schon seit über einem Jahr im Amt ist?
 
HANS Nein, überhaupt nicht. Es ist gut, wenn die Landesregierung Persönlichkeiten vorzuweisen hat, die Anerkennung haben. Ich bin jetzt in der Tat seit über einem Jahr im Amt. Ich habe zuvor nicht als Spitzenkandidat fungiert, nicht als Minister in verschiedenen Ressorts gearbeitet. Ich war Fraktionsvorsitzender im Landtag, wo man nicht so sehr  in der Öffentlichkeit steht. Die Umfragewerte haben sich aber deutlich verbessert und das Feedback, das ich aus der Bevölkerung bekomme, ist sehr, sehr positiv.
 
Inzwischen sind drei Saarländer an der Spitze von Bundesministerien. Die Erwartungen, dass infolge dessen Vorteile fürs Saarland rausspringen, sind hoch. In der Vergangenheit haben solche Spitzenämter in Berlin dem Saarland allerdings oft nicht viel genutzt...
 
            
Eine Zeichnung, die schon im Büro seines verstorbenen Vaters hing, mahnt Ministerpräsident Tobias Hans „zu Augenhöhe gegenüber dem Parlament und dem Bürger“, wie der 41-Jährige sagt. Das bedeute: Respekt vor dem Gegenüber. Heute hängt die Zeichnung, deren Erschaffer unbekannt ist, in Hans’ Büro in der Saarbrücker Staatskanzlei – und „bedeutet mir sehr viel“. Foto: BeckerBredel
 
HANS Es geht immer mehr. Das sage ich auch sehr deutlich an diejenigen, die jetzt in Berlin vertreten sind. Deswegen werden wir auch nicht locker lassen, unsere Landsleute in Berlin in die Pflicht zu nehmen. Unsere Saarländer in Berlin müssen ran. Das Saarland ist nach wie vor darauf angewiesen, dass der Bund uns finanziell nicht im Stich lässt.,
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26.07.2019
von Sole de Meinung
 Saarbrückens hässliches Spiegelbild“: Die Aussagen des Satire-Videos
Do., 25. Juli 2019, 17:19 Uhr,
Satire-Videos lösen oftmals Kontroversen aus. Wir sind uns sicher, dass das auch bei unserer Mockumentary „Saarbrückens hässliches Spiegel-Bild“ der Fall sein wird. Deswegen möchten wir an dieser Stelle erklären, was wir mit dem Video aussagen wollen.
 
 
Probleme nicht unter den Teppich kehren
Zunächst möchten wir klarstellen, dass wir mit unserem Video keineswegs die Botschaft absetzen wollen, dass Saarbrücken eine perfekte Stadt frei von Problemen sei. So hat „Spiegel TV" in seinem Beitrag „Saarbrooklyn - der Randbezirk der Gesellschaft“ real existierende Probleme der saarländischen Landeshauptstadt angesprochen. Diese gilt es dringend ernst zu nehmen. Unser Beitrag will folglich keine Probleme unter den Teppich kehren. Erst recht wollen wir uns mit unserem Video nicht über Missstände oder die Lebensprobleme von anderen Menschen lustig machen.
 
Kritik an der Methodik von „Spiegel TV"
Wir möchten mit unserem Video vielmehr in satirischer Weise Kritik an der Methodik der „Spiegel TV"-Redaktion üben. Aus unserer Sicht hat Spiegel TV in einer einseitigen und verzerrten Weise berichtet, die der Verantwortung eines Medienvertreters dieser Größenordnung in keinster Weise gerecht wird. An vielen Stellen wird der Eindruck vermittelt, dass die Filmemacher nicht an einer ausgewogenen Berichterstattung über die Stadt Saarbrücken interessiert sind. Es scheint vielmehr um die Konstruktion eines Skandals zu gehen.
 
„Saarbrooklyn“ als stigmatisierender Begriff
So heißt es bereits zu Beginn des Spiegel-TV-Beitrags: „Innenansichten aus einer Stadt, die im Volksmund nur noch Saarbrooklyn“ genannt wird. Da der Satzteil unmittelbar an Szenen mit Armut, Rassismus und Drogensucht angedockt ist, soll hier offensichtlich der Anschein erweckt werden, dass Saarbrücken ein finsterer Ort sei, den man besser meiden sollte. Dass der Begriff „Saarbrooklyn“ in seiner Entstehung allerdings positiv konnotiert ist und auf die Gemeinsamkeiten mit der urbanen Musik- und Kunstszene des New Yorker Stadtteils Brooklyn hinweisen soll, lässt „Spiegel TV" komplett unter den Tisch fallen. Zudem wird nicht erwähnt, dass die Saarbrücker den Begriff mit viel Selbstironie verwenden, weil die saarländische Landeshauptstadt eben alles andere als eine Großstadt ist.
 
„Die Heimatstadt der sonst so sauberen AKK“ … ist eigentlich Püttlingen
Kurze Zeit später fallen die Sätze: „Kinderarmut, Arbeitslosigkeit, Rauschgiftkriminalität: In Saarbrücken brennt es in allen Problembereichen. Ausgerechnet Saarbrücken, die Heimat der sauberen AKK“. Dass das Saarland aus mehreren Städten besteht und die Heimatstadt von Annegret Kramp-Karrenbauer eigentlich Püttlingen ist, wollen wir an dieser Stelle nur kurz erwähnen. Was uns deutlicher stört, sind zwei andere Dinge.
 
Zum einen wird hier der Anschein erweckt, dass Saarbrücken gesellschaftliche Probleme in höchster Intensität exklusiv für sich gepachtet hat. Zum anderen wird uns nicht ganz klar, was die Information mit Kramp-Karrenbauer an dieser Stelle zu suchen hat. Will man eine politische Botschaft absondern? Etwa, dass AKK bereits im Saarland verbrannte Erde hinterlassen habe und keineswegs als Bundeskanzlerin tauge? Wir wissen es nicht. In einem Beitrag über die Stadt Saarbrücken wirkt es eher wie ein Fremdkörper und zugleich wie ein politischer Seitenhieb.
 
Vermischte Bezugsgrößen für ein schlechtes Bild
Im gesamten Filmbeitrag verwendet „Spiegel TV" die Bezugsgrößen so, dass Saarbrücken möglichst schlecht dabei wegkommt. So vergleicht man beim Thema Arbeitslosigkeit nicht die Arbeitslosenquote von Saarbrücken mit der von Deutschland. Nein, man sucht sich das sozial schwächste Viertel aus und vergleicht dies mit dem Bundesdurchschnitt. Et voilá: Beim Zuschauer wird suggeriert, dass in Saarbrücken quasi jeder arbeitslos sei.
 
Das ist schlichtweg eine unsaubere und äußerst fragwürdige Art der Darstellung. Um das zu illustrieren, konstruieren wir ein überspitztes Beispiel: Wenn wir über Kriminalität in München schreiben, dann können wir nicht einfach die Quote der Straftäter in der Münchener JVA mit dem Bundesdurchschnitt vergleichen und später behaupten, München sei ein höchst kriminelles Ghetto. Eine solche Vorgehensweise wäre verzerrend und unseriös.
 
Saarbrücken und die Sozialleistungen
Auch bei der Aussage „22 Prozent aller Saarbrücker beziehen Sozialleistungen“ bleibt der Beitrag intransparent. So wird beispielsweise nicht erwähnt, dass unter Sozialleistungen auch Förderungen nach dem BAföG fallen und die Quote in Städten mit Universitäten allein dadurch schon hochgetrieben wird.
 
Es wird weder aufgeschlüsselt, um welche Sozialleistungen es geht noch wird ein Bezug zu den Zahlen anderer Städte hergestellt. Dem Zuschauer wird auch an dieser Stelle schlichtweg suggeriert, dass es den Saarbrückern durchweg sehr schlecht gehe.
 
Saarbrücken und die Drogen
Bei der Darstellung der Drogenproblematik bleibt es bei der einseitigen Methodik. Während man bei der Veranschaulichung der Arbeitslosigkeit noch die Zahlen der Folsterhöhe in den Ring warf, wählt man bei der Zahl der Drogentoten nun die Zahl des gesamten Saarlandes. Diese ist natürlich höher als die in Saarbrücken und wirkt somit beeindruckender.
 
Warum man an dieser Stelle nicht die Zahlen für Saarbrücken wählt, legt man nicht offen. Auch fehlt für den Zuschauer wieder ein Vergleich mit anderen deutschen Städten, sodass dieser nicht einordnen kann, ob das eine hohe oder eine niedrige Zahl ist. Verbunden mit den Bildern von drogenabhängigen Menschen wird dem Zuschauer wiederum vermittelt, dass die Zustände in Saarbrücken prekär sind.
 
Harte Vorwürfe gegen Spiegel TV
Im Raum steht aktuell zudem der Vorwurf, dass die Spiegel TV-Redaktion einem Drogensüchtigen Geld gegeben habe, damit dieser sich vor laufender Kamera sein Suchtmittel spritzt: „Neue schwere Vorwürfe gegen Macher von „Spiegel TV"-Reportage über Saarbrücken".
 
Diese Vorwürfe hat Spiegel TV zurückgewiesen: „Spiegel TV will keinem Süchtigen Geld für Reportage über Saarbrücken bezahlt haben".
 
Einseitiges Bild von Saarbrücken
Unabhängig davon, ob „Spiegel TV" Menschen für bestimmte Kameraaufnahmen bezahlt hat oder nicht, wurden die Drehorte und das Filmmaterial offensichtlich so ausgewählt, dass die Saar-Hauptstadt von der schlechtesten Seite präsentiert wird. Als Zuschauer fällt es nun schwer, Saarbrücken nicht als trostloses Pflaster und absoluten sozialen Brennpunkt wahrzunehmen.
 
Fehlende Kommunikation mit der Stadt
Zudem habe man den Verantwortlichen der Stadt laut Oberbürgermeisterin Charlotte Britz keinerlei Gelegenheit gegeben, sich zu den „Vorwürfen“ zu äußern oder diese einzuordnen. Man habe lediglich Regionalverbandsdirektor Peter Gillo interviewt. Dessen Aussagen wurde in dem Beitrag allerdings nicht verwendet. Ob diese nicht in das Drehbuch der „Spiegel TV"-Redaktion gepasst haben oder ob sie aus anderen Gründen weggelassen wurden, ist ungeklärt.
 
Kurz und knapp:
Wir wollen die Spiegel TV-Redaktion mit unserem satirischen Beitrag daran erinnern, dass sie aufgrund der hohen Reichweite ihres Formats eine große Verantwortung trägt. Sie hat durch ihre Informationsfunktion einen unmittelbaren Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung. Dieser Aufgabe wird sie nur dann gerecht, wenn sie vollständig, ausgewogen und sachlich berichtet. Das ist ihr unserer Meinung nach bei dem Beitrag über Saarbrücken nicht gelungen.
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08.07.2019
 Einstimmiger Beschluss des Sulzbacher Stadtrates
SULZBACH Ab dem 1. August müssen die Eltern für die Betreuung ihrer Kinder in der städtischen Kita in der Pestalozzischule in Neuweiler weniger Beiträge bezahlen.
 
Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung die Reduzierung einstimmig beschlossen. Ein Regelplatz für Kinder über drei Jahren bei sechsstündiger Betreuung kostet statt 94, künftig noch 68 Euro; ein Ganztagesplatz statt 165 noch 114 Euro und ein Krippenplatz bei zehnstündiger Betreuung für Kinder unter drei Jahren statt 365 noch 298 Euro.
 
Der Beschluss erfolgte vorbehaltlich der Verabschiedung des Gesetzes zur Änderung des Saarländischen Kinderbetreuungs- und Bildungsgesetzes. Danach sollen ab dem Kindergartenjahr 2019/20 die Elternbeiträge von derzeit höchstens 25 Prozent der Personalkosten in drei Schritten um jeweils vier Prozentpunkte und ab dem Kindergartenjahr 2022/23 um einen weiteren halben Prozentpunkt reduziert werden.
 
Nach den Plänen der Landesregierung soll ab dem 1. August 2019 der Elternbeitrag demnach höchstens 21 Prozent, ab dem 1. August 2020 höchstens 17 Prozent, ab dem 1. August 2021 höchstens 13 Prozent und ab dem 1. August 2022 noch höchstens 12,5 Prozent der angemessenen Personalkosten betragen.
 
Damit wird dann eine Halbierung der Elternbeiträge gegenüber dem jetzigen Stand erreicht. Für die Träger soll keine Finanzierungslücke entstehen, da die Absenkung der Elternbeiträge vom Land durch eine höhere Bezuschussung der Personalkosten ausglichen wird.
 
Die städtische Kindertageseinrichtung in der Pestalozzi­schule in Neuweiler bietet aktuell 100 Betreuungsplätze im Bereich Kinder über drei Jahren und elf Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren. Die 50 Regel- und 50 Tagesplätze im Bereich der Kinder über drei Jahren sind aktuell alle vergeben. Bis zum 1. August sind auch die elf Krippenplätze belegt. Deshalb hat die Stadt beim Landesjugendamt die Betriebserlaubnis für die Eröffnung einer zweiten Krippengruppe ab dem 1. August beantragt. red./jb
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01.05.2019
Bericht Saarbrücker Zeitung
 Saarbrücken. Sei es ein Tante-Emma-Laden oder der neue Dorfplatz: Das Saarland fördert Vorhaben im ländlichen Raum bis 2021 mit weiteren 7,5 Millionen Euro. Das Besondere: Die Kommunen müssen als Eigenanteil nur zehn Prozent der Kosten tragen. Von Tobias Fuchs
So sieht die Sonderförderung aus, die Umweltminister Reinhold Jost (SPD) und Innenminister Klaus Bouillon (CDU) am Dienstag in Saarbrücken vorgestellt haben. Sie solle die bisherigen Finanzierungsmodelle nicht ersetzen, sondern ergänzen, sagte Jost. Der Fördersatz liege weit über dem, was normalerweise beim ländlichen Raum zu erwarten sei.
Die Gelder sollen in die Dorfentwicklung fließen, in die Umnutzung oder den Abriss leerstehender Gebäude. Auch Privatpersonen und Firmen können profitieren. „Wir wollen die Attraktivität des ländlichen Raums noch weiter steigern“, sagte Jost. Wobei sein Ministerium zwei Drittel des Saarlandes als ländlichen Raum einstuft – auch Ortsteile von Saarbrücken und aller Kreisstädte.
 
Jost nannte für die Sonderförderung konkrete Vorhaben, er berichtete vom Anruf eines Dorfbäckers aus dem Nordsaarland, der sein Sortiment erweitern will und von einem Mehrgenerationenhaus, das im Bliesgau in einem früheren Kindergarten entstehen soll.
Mit der Sonderförderung wollen die Ministerien auch ein Finanzierungsproblem lösen: Oft seien Städte und Gemeinden bei der bisherigen Förderung nicht in der Lage gewesen, einen Eigenanteil von 35 oder 40 Prozent aufzubringen, erklärte Jost.
 
Nun stellt der Umweltminister über sein Ressort etwas mehr als fünf Millionen Euro zur Verfügung. Bouillon steuert zusätzlich 2,4 Millionen Euro bei, um die Fördersätze auf 90 Prozent nach oben zu schrauben. Jost stellte sogar eine „100-Prozent-Finanzierung“ in Aussicht. Denn: Packen ihre Bürger mit an, können die Kommunen das als Eigenleistung abrechnen. Stundensatz: über 13 Euro.
Während Jost an die leeren Kassen vieler Kommunen erinnerte, sagte Bouillon: „Die Zeiten des Jammers sollten vorbei sein.“ Der Innenminister sieht einen „Geldboom“ auf die Gemeinden zukommen, während der Bauboom für lange Wartezeiten sorgt. So dass öffentliche Aufträge nicht schnell genug vergeben, Fördergelder nicht abgerufen werden können. Bouillon sagte: „Wir haben erstmals die Situation im Saarland: Wir haben Geld und müssen sehen, dass es unter die Leute kommt.“ Wer zuerst Gelder aus dem neuen Topf beantragt, dürfte zuerst zum Zug kommen. Wobei sich Umweltminister Jost vorbehalten will, größere Projekte vorzuziehen. Der SPD-Politiker sieht die Kommunen angesichts der 90-Prozent-Förderung unter Zugzwang. „Wir sind gespannt, ob all die Maßnahmen, die uns immer als sinnvoll angetragen wurden, jetzt auch tatsächlich als Anträge in unsere Häuser kommen“, sagte er. „Wir haben kein Interesse, Geld an den Bund zurückzugeben.“
60 Prozent der neuen Fördergelder aus seinem Haus kommen aus Berlin vom Bundeslandwirtschaftsministerium. Grundlage ist der Sonderrahmenplan „Förderung der ländlichen Entwicklung“ von Bund und Ländern, über den in diesem Jahr deutschlandweit 150 Millionen Euro ausgeschüttet werden.
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28.04.2019
Burhan Yagci zeigt die zukünftigen Verwaltungsräume der Moslemischen Gemeinde Saarland im Obergeschoss des ehemaligen Postgebäudes. 
Sulzbach. Der Umbau der alten Post in Sulzbach geht langsamer voran, als es die Moslemische Gemeinde Saar erwartet hatte. Mit den neuen Fenstern könnte das Vorhaben nun deutlich an Fahrt gewinnen. Von Stefan Bohlander
Der stürmische Wind zerrt am Mittwoch die blauen Abdeckplanen hin und her. Regen peitscht gegen die Hauswände und tropft in das teilweise offene Gebäude. Das ungastliche Wetter steht im Gegensatz zum gastfreundlichen Empfang.
Burhan Yagci, der Vorsitzende des Vereins Muslimische Gemeinde Saarland (MGS), führt durch die alte Post in Sulzbach. Sie soll zu einer Moschee umgebaut werden. Seit zweieinhalb Jahren läuft das Vorhaben bereits.
 
Und Burhan Yagci räumt ein, dass es langsamer vorangeht, als er sich das vorgestellt hatte. Dennoch: Wenn jetzt erst einmal die neuen Fenster eingesetzt sind, werde es im Anschluss sichtbar schneller weitergehen, versichert der Gastgeber.
„Das ist für uns ein Meilenstein“, sagt Yagci. Einige Fenster, etwa jene zum Hof, sind bereits erneuert, aber insgesamt 70 auf den beiden Etagen auszutauschen. Ende Dezember waren die Fenster bestellt, seit April läuft der Austausch.
 
In vermutlich rund zwei Wochen ist diese Arbeit abgeschlossen. „Dann können alle andere Gewerke weiterarbeiten“, sagt Burhan Yagci. Dann sollen also beispielsweise Elektriker und Heizungsbauer das ehemalige Sulzbacher Postgebäude weiter auf Vordermann bringen.
 
Ursprünglich wollte der Verein das muslimische Gebetshaus bereits im vergangenen Jahr eröffnen. Doch vor allem wegen Auflagen beim Brandschutz habe es dann Verzögerungen gegeben. Zwischenzeitlich habe die MGS sich noch zu weiteren Renovierungen – etwa bei den Fenstern – entschlossen. Die Vereinsmitglieder wollen lieber jetzt so viel fertigstellen, wie es das Budget hergibt, statt in fünf oder zehn Jahren von vorn anzufangen. Denn es gibt noch viel zu tun.
 
Teilweise sind im Inneren Decken zu erneuern, Wände zu verputzen und Elektronik zu verlegen. Zudem steht beispielsweise eine teilweise neue Verkleidung der Fassade an: die dunklen und deutlich in die Jahre gekommenen Platten am oberen Teil werden weichen.
 
Ein großer Brocken ist der ehemalige Haupteingang des Postgebäudes zur Bahnhofstraße hin. Dort wird die Glasfront gegen einen Notausgang ausgetauscht. Der Haupteingang der Moschee wird dann zum Hof hin liegen. Dort sind 13 Parkplätze für die MGS.
 
Womöglich fehlende Stellflächen sorgten zunächst bei Sulzbachern für Verstimmung. Sie befürchteten, die neue Moschee bekomme eine Strahlkraft über Sulzbachs Stadtgrenzen hinaus. Viel mehr Gäste beim Freitagsgebet als die veranschlagten 195 wären die Folge. Das ließ die Angst vor einem Parkchaos aufkeimen. Diesen Kritikern will Burhan Yagci den Wind aus den Segeln nehmen. Die MGS werde darauf achten und die Besucher auf die zahlreichen anderen öffentlichen Parkmöglichkeiten in der Innenstadt aufmerksam machen. Zudem kämen nicht alle Muslime zum Freitagsgebet nach Sulzbach, das meistens um 14.30 Uhr beginnt.
 
Gläubige, die beispielsweise in Saarbrücken arbeiten, gingen eher dort in eine Moschee. Auch würden an diesen Tagen vermehrt Männer zum Beten kommen, denn nur für diese sei das Freitagsgebet verbindlich. Die Frauen, für die es auch einen separaten Eingang gibt, kämen dagegen an anderen Wochtentagen zum Beten.
 
Dann könnten auch Besucher gern vorbeischauen, wie Burhan Yagci sagt. Generell möchte die MGS auf Kommunikation und Transparenz setzen. Sie stehe mit den christlichen Kirchengemeinden in engem Kontakt. So kämen Termine zustande, bei denen sich kleine Gruppen gern mal in den Räumen umschauen dürfen. „Momentan gibt es halt nur Staub zu sehen“, sagt er scherzend. Für den Umbau sei die MGS auf Spenden ihrer Mitglieder angewiesen, und sie suche zudem noch weitere Sponsoren.
 
Wenn der Umbau beendet sei, kündige die MGS die derzeit gemieteten Räume an der Sulzbachtalstraße. Statt der dortigen 120 Quadratmeter stünden im Neubau 700 Quadratmeter auf zwei Stockwerken zur Verfügung. Die obere Etage werde aber nur für die Verwaltung genutzt.
Auf einen Eröffnungstermin für die Sulzbacher Moschee möchte Yagci sich nicht festlegen. Er sagt nur: „Uns kann es nicht schnell genug gehen.“
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15.04.2019
Sulzbach: Anlässlich der Europawahl, der Kommunalwahlen, der Wahl des Regionalverbandsdirektors/der Regionalverbandsdirektorin und der Wahl des Bürgermeisters/der Bürgermeisterin am 26. Mai 2019

Die Antragstellung zur Ausstellung von Wahlscheinen und den erforderlichen Briefwahlunterlagen für die Stadt Sulzbach/Saar ist ab Montag, dem 15. April 2019, im Briefwahlbüro Nr. 118 (1. OG) im Rathaus der Stadt Sulzbach/Saar möglich. Der Zugang zum Briefwahlbüro ist barrierefrei.

Die Briefwahlunterlagen können an den Werktagen, montags bis freitags in der Zeit von 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr, montags bis mittwochs von 13:00 Uhr bis 16:00 Uhr und donnerstags von 13:00 Uhr bis 18:00 Uhr, beantragt werden.

Wahlscheine und Briefwahlunterlagen können bis spätestens zum zweiten Tag vor der Wahl, also Freitag, dem 24. Mai 2019, 18.00 Uhr, beim Wahlamt der Stadt Sulzbach/Saar mündlich, schriftlich oder per E-Mail beantragt werden. Die Schriftform gilt auch durch Telegramm, Fernschreiben, Telefax oder durch sonstige dokumentierbare elektronische Übermittlung als gewahrt. Ein entsprechendes elektronisches Formular für die Beantragung der Briefwahl in der Stadtverwaltung Sulzbach/Saar finden Sie ab dem 15. April 2019 auf der Homepage der Stadt Sulzbach/Saar (www.stadt-sulzbach.de) unter der Rubrik „Briefwahl online“. Eine telefonische Antragstellung ist nicht möglich.

Wahlberechtigte können die Briefwahlunterlagen beim Wahlamt der Stadt schriftlich beantragen. Dafür eignet sich das auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung abgedruckte Antragsformular. Die Benachrichtigungskarte wird bis spätestens 4. Mai 2019 zugestellt werden. Falls die Wahlbenachrichtigung nicht oder noch nicht vorliegt, kann ein Antrag beim Wahlamt auch formlos gestellt werden.

Anzugeben sind:

• Name

• Vorname

• Wohnanschrift

• Geburtsdatum

• Anschrift, an die die Unterlagen gesendet werden sollen.

An einen anderen als den Wahlberechtigten persönlich dürfen Wahlschein und Briefwahlunterlagen nur ausgehändigt werden, wenn die Berechtigung zur Empfangnahme durch Vorlage einer schriftlichen Vollmacht nachgewiesen wird (Vordruck ist auf der Wahlbenachrichtigungskarte) und die bevollmächtigte Person nicht mehr als vier Wahlberechtigte vertritt. Auf Verlangen hat sich die bevollmächtigte Person auszuweisen.

Bei der Briefwahl ist der Wahlbrief mit dem Stimmzettel/den Stimmzetteln und dem Wahlschein so rechtzeitig an die Stadt Sulzbach/Saar zurückzusenden, dass der Wahlbrief dort spätestens am Wahltag bis 18.00 Uhr eingeht. Der Wahlbrief kann auch im Rathaus abgegeben werden.

Sulzbach/Saar, 11. April 2019

Die besondere Gemeindewahlleiterin

(Lützenburger) Verw.-Angestellte
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23.03.2019
Bericht Saarbrücker Zeitung Von Michèle Hartmann
Andrea Michely und Tina Wagner  laden einmal im Monat trauernde Menschen zur  zwanglosen Zusammenkunft in Sulzbach ein. 
Sulzbach. Eine Anlaufstelle für Hinterbliebene in großer seelischer Not:  das neue „Lebenscafé“ in Sulzbach Von Michèle Hartmann
Plötzlich ist er nicht mehr da. Der Mensch, den man so sehr liebte. Der Teil von einem selbst war. Plötzlich hat der Tod ihn weggerissen. Was bleibt, ist das übermächtige Gefühl der Trauer. Das Gefühl, seelisch in eine dunkle Sackgasse geraten zu sein, aus der es kein Entrinnen gibt.
Jeder trauert anders, vielen Hinterbliebenen jedoch ist eines gemeinsam: Sie können den Verlust nicht allein verarbeiten. Und genau da setzt das an, was sich „Lebenscafé“ nennt. Es ist dies eine besondere Anlaufstelle, die neuerdings in Sulzbach angesiedelt ist. Was es damit auf sich hat, das erklären Andrea Michely, katholische Krankenhaus-Seelsorgerin in der Knappschaftsklinik, sowie Tina Wagner, Pastoralreferentin im Dekanat Saarbrücken und Projektleiterin im „Tante Anna“ genannten Treffpunkt der Generationen (Vopeliusstraße 1) im Gespräch mit der SZ. Das Lebenscafé ist ein Baustein der Trauer-Seelsorge in Sulzbach von Seiten der katholischen Kirche“; sagt Andrea Michely, dabei sei ein neuer wichtiger Ansatz, dass Kirche sich offensiv zu den Menschen hin bewege – zu den Menschen in seelischer Not.Viele hätten nach der ersten ganz akuten Trauerzeit das starke Bedürfnis nach Austausch und Gemeinschaft mit anderen, die sich in der gleichen Situation befinden. Dann könne es gut tun, „ähnlich fühlende Menschen zu erleben, die in einer offenen wie ungezwungenen Atmosphäre ihre Gedanken und Gefühle in einem angenehmen und vertraulichen Rahmen zur Sprache bringen und gleichzeitig Gemeinschaft erleben“, bringen die beiden Frauen ihr Angebot auf den Punkt.  Der Treffpunkt der Generationen sei hierfür ideal. Sie betonen zudem, dass es sich um ein offenes Treffen handelt, ohne Bindungszwang und ohne inhaltliche Gestaltung. Im gemütlichen Ambiente mit gemeinsamen Essen an der Seite von fachlich versierten Trauerbegleiterinnen könne so ein lockerer und dennoch intensiver Austausch erfolgen.
Ein weiterer Baustein der Trauer-Seelsorge in Sulzbach ist das „Wandern für die Seele“. „Beim Wandern kommt nicht nur der Körper in Bewegung, es lösen sich auch innere Verspannungen, man bekommt Kopf und Seele wieder frei.“ Mit diesen Worten werben Andrea Michely und Tina Wagner für diese Art, mit anderen gemeinsam wieder peu à peu ins Leben zurückzufinden.
Es geht insgesamt nicht um platten Trost und Sprüche wie etwa „Die Zeit heilt alle Wunden“ oder „Das wird schon wieder“, sondern um ehrlichen Beistand. Sozusagen um „Trittsteine“, die der trauernde Mensch mit begleitender Hilfe  sich legen kann, um nicht unterzugehen und mit dem Verlust wie auch immer zurecht zu kommen.
Und es gibt, als dritten Baustein, die „Trauergruppe“, die ein gemeinsames Suchen ermöglicht nach Antworten auf die drängenden Fragen, die der Tod bei ihnen aufgeworfen hat. Hier kann man den Schmerz über den Verlust, die Sorgen wegen des Alleinseins sich eingestehen und Zuspruch finden.
Das Lebenscafé ist jeden 1. Donnerstag im Monat von 18 bis 19.30 Uhr im Treffpunkt „Tante Anna“ in Sulzbach geöffnet. Die Trauergruppe trifft sich am 1. Mittwoch im Monat von 17.30 bis 19.30 Uhr am selben Ort. Kontakt: Tina Wagner, Tel. (0151) 52 55 38 56;    Roswitha Kraemer, Tel. (0173) 447  64 22; Andrea Michely, Tel. (0163) 309 17 91.
 
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23.02.2019
Bericht Saarbrücker Zeitung
 Ferien liebt jeder, doch die neuen Schulferien-Termine im Saarland sorgen für Diskussionen. 
Saarbrücken. Die Verlängerung der Fastnachts- und Winterferien, die jetzt beginnen, auf eineinhalb Wochen und die gleichzeitige Verkürzung der Osterferien von zwei auf eineinhalb Wochen sorgen für engagierte Diskussionen bei Eltern, Schülern und Lehrern im Saarland. Von Dietmar Klostermann
„Ich verstehe die Kritik an dieser Schulferienstruktur. Der Erholungsfaktor ist bei zwei Wochen Osterferien natürlich viel besser“, drückte die Vorsitzende des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes, Lisa Brausch, ihre persönliche Meinung zur Schulferien-Debatte aus. Für Eltern, die mit ihren Kindern zum Skilaufen in die Alpen fahren wollen, sei eine ganze Woche von Samstag auf Samstag sicher besser buchbar. Doch mit der Verlängerung der Fastnachtsferien auf eineinhalb Wochen reiße die Fastnachtstradition an den saarländischen Schulen ab, beklagte Brausch. An ihrer Grundschule sei in der Vergangenheit immer am „Fetten Donnerstag“ eine Karnevalssitzung veranstaltet worden. Doch der „Fette Donnerstag“ liegt jetzt mitten in den Fastnachtsferien. „Die Karnevals-Tradition an den Schulen droht damit verloren zu gehen“, meinte Brausch. Bei der Schulferienplanung durch das Bildungsministerium seien die Lehrerverbände nicht gehört worden. Obwohl die Schulferienplanung schon erheblich in die pädagogische Arbeit eingreife. „Besonders bei den Erstklässlern ist der Abstand von Fastnachtsferien zu den Osterferien zu gering“, meinte Brausch. Die Winterferien gehen vom 25. Februar bis zum 5. März, die Osterferien vom 17. bis 26. April.
 
 
Die Vorsitzende der Gesamtlandeseltervertretung (GLEV) und der Landeselternvertretung der Gemeinschaftsschulen (LEV), Judith Franz-Lehmann aus Illingen, berichtete von teils erregten Debatten um die Schulferienplanung in der saarländischen Elternschaft. Franz-Lehmann sagte, dass die LEV Gemeinschaftsschulen 2016 vor der Festsetzung des Schulferienkalenders eine Stellungnahme ans Bildungsministerium abgegeben habe. Es sei darum gegangen, die „Zeiten von Unterricht und Ferien möglichst gleichmäßig zu verteilen“, sagte Franz-Lehmann. Die verkürzten Osterferien 2019 seien von den Elternvertretern nicht kritisiert worden. Jedoch habe man dem Bildungsministerium empfohlen, die Winterferien um zwei Tage (Rosenmontag und Karnevalsdienstag) zu verkürzen und statt dessen vor dem Maifeiertag am 29./30. April frei zu geben. Dadurch wäre der zu lange Abstand von Osterferien zu Sommerferein von neun auf achteinhalb Wochen verkürzt worden. Zudem sei das Saarland bei der Feriengestaltung vertraglich mit Hessen und Rheinland-Pfalz verbunden.
 
Doch für saarländische Familien, deren Kinder in Rheinland-Pfalz zur Schule gehen, oder rheinland-pfälzische Familien, deren Kinder im Saarland eine Schule besuchen, bringt dieser Vertrag in den nahenden Winter- und Osterferien wenig: In Rheinland-Pfalz gehen die Winterferien nur vom 25. Februar bis 1. März, am Rosenmontag müssen die Schüler da schon wieder büffeln. Und bei den Osterferien klafft eine Lücke von einer Woche zwischen Saarland und Rheinland-Pfalz, wo die Schüler erst am Dienstag nach Ostern für eine Woche Ferien haben.
 
 
 
„Zweischneidig“ sei die Haltung der Saar-Elternschaft zu den Winterferien, sagte Franz-Lehmann. Da an vielen Schulen die Fastnachts-Tradition nicht mehr gepflegt werde, würden sich die Karnevalisten unter Eltern und Schülern darüber freuen, jetzt am „Fetten Donnerstag“ Ferien zu haben und feiern zu können, was auch den Mädchen in den Karnevalsgarden zugute komme, sagte Franz-Lehmann. „Je nachdem, welchen Blickwinkel man hat und wie man sozialisiert ist, kann man einen Vorteil oder einen Nachteil in der Ferienregelung erkennen“, sagte Franz-Lehmann. Auch daran, dass am Aschermittwoch der Unterricht wieder beginne, gebe es Kritik aus der Elternschaft. „Wie man es macht, ist es verkehrt“, erklärte die GLEV-Vorsitzende.
 
Franz-Lehmann forderte, statt gemeinsame Schulferien-Planungen mit Hessen zu machen, das weit entfernt liege, sollte besser seitens des Bildungsministeriums versucht werden, in der Großregion Saar-Lor-Lux gemeinsam parallele Schulferien-Termine zu vereinbaren. Das gelte besonders für das luxemburgisch-saarländische Schengen-Lyzeum in Perl und das Deutsch-Französische Gymnasium in Saarbrücken. Im Perler Schengen-Lyzeum hatten die Schüler vom 18. bis 22. Februar Fastnachtsferien, die Sommerferien beginnen eine Woche später als im Saarland. Auch am Saarbrücker DFG beginnen die Sommerferien eine Woche später am 8. Juli, die „Februarferien“ dauern vom 28. Februar bis 8. März. Ebenso zeitversetzt.
 
Landesschülersprecher Usamah Hammoud (KBBZ Friedrich List Saarbrücken) begrüßte die Angleichung der Ferienlänge von Winter- und Osterferien auf jeweils anderthalb Wochen. „Junge Menschen haben dadurch während der Karnevalszeit die Möglichkeit dieses gesellschaftliche Großereignis mit seiner gerade im Saarland herrschenden kulturellen Bedeutsamkeit angemessen zu zelebrieren“, sagte Hammoud. Die Kürzung der Anzahl der Ferientage zur Osterzeit sei aufgrund potenziell wegfallender Vorbereitungstage für Abiturprüfungen dagegen „durchaus kritisch zu betrachten“, betonte Hammou
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14.11.2018
Die Polizisten im Saarland erhalten eine höhere Nachtzulage. 
  
Saarbrücken. Großes Lob von den Polizeigewerkschaften für Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und seinen Innenminister Klaus Bouillon (CDU). Von Michael Jungmann
David Maaß, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) bedankt sich per Pressemitteilung ausdrücklich bei den Politikern, spricht von einem „Zeichen der Wertschätzung durch die Politik“ für die Arbeit der Polizeibeamten im Land. Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolg), Sascha Alles, meldet eine „sehr gute Nachricht“ für die Belegschaften in den Inspektionen und Dienststellen. Es sei absolut an der Zeit gewesen, „die nötige Wertschätzung“ der Polizeiarbeit zu liefern.
 
 
Nach Gesprächen mit beiden Gewerkschaftsvertretern hat Regierungschef Hans, der in den letzten Monaten selbst wiederholt Polizeidienststellen besuchte und sich Sorgen und Nöte der Beamten anhörte, reagiert und Signale gesetzt. Die Zulagen für Polizisten, die Nachtschicht schieben, wird deutlich erhöht. An Wochentagen außer sonntags zahlt der Dienstherr künftig statt einer Zulage von 1,28 Euro pro Stunde 1,60 Euro, also 25 Prozent mehr. An Wochenenden wird diese sogenannte Erschwernis-Zulage für „Dienst zu ungünstigen Zeiten“ (DUZ) sogar auf 2,56 Euro pro Stunde verdoppelt. Bouillon betonte in diesem Zusammenhang, die „besonderen Belastungen des Nachtdienstes werden stärker honoriert“. Dies sei insbesondere mit Blick auf die wegen der Haushaltsnotlage angespannten Personalsituation der Polizei ein weiterer Baustein, um die Attraktivität des Polizeiberufes zu steigern. Beide Gewerkschaft buchen die Zulagenerhöhung als Erfolg ihrer Arbeit.
 
Weitere gute Nachrichten hat die Politik für junge Polizistinnen und Polizisten im Rang eines Kommissars (Gehaltsgruppe A 9). Sie müssen bisher mitunter zehn Jahre oder länger auf den nächsten Karriereschritt zum Oberkommissar (A 10) warten. Dies will Innenminister Bouillon künftig durch eine geplante frühere „Regelbeförderung“ verkürzen. Die Gewerkschaften haben auf 50 zusätzliche Stellenanhebungen gedrängt, wie auch Bouillon. Im ersten Anlauf konnte Bouillon für den Doppelhaushalt 2019/2020  20 Beförderungen pro Jahr durchsetzen. Nach seinem Gespräch mit GdP-Chef Maaß sprach Regierungschef Hans offenbar ein Machtwort an seinen Finanzminister Peter Strobel (CDU). 210♦000 Euro werden extra im Doppelhaushalt für die Polizei reserviert, damit unter dem Strich 30 weitere Beförderungen bezahlt werden können. Pro Jahr also zusätzlich 15 Anhebungen in die A 10.
 
Ministerpräsident Hans sagte wörtlich: „Der Finanzminister musste letztlich von mir überzeugt werden.“
 
Die Differenz zwischen beiden Gehaltsgruppen macht je nach Erfahrungsstufe etwa zwischen 200 und 400 Euro brutto monatlich aus. Maaß betonte dazu per Presseerklärung: „Die Gewerkschaft der Polizei zieht mit Innenminister Klaus Bouillon an einem Strang!“
 
  
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06.11.2018
Bericht Saarbrücker Zeitung Von Stefan Bohlander
 Sulzbach. Aus dem losen Verbund von örtlichen Händlern und Gewerbetreibenden (kurz SM-S) soll ein Verein werden. Die Vorbereitungen wurden beim Wirtschaftstreff im Salzbrunnenhaus nun erläutert. Von Stefan Bohlander
Nein, auf einen Titel lege keiner der beiden einen allzu großen Wert – aber Verantwortung wolle man auf jeden Fall übernehmen. „Die Stadt bedeutet uns viel“, sagten Ralf Piro und Björn Wacket unisono. Beide sind engagiert in „SM-S Stadtmarketing Sulzbach“. Dies ist der lose Verbund von örtlichen Händlern und Gewerbetreibenden – bis jetzt. Denn beim Wirtschaftstreff am vorigen Mittwochabend im Salzbrunnenhaus stellten sie ihre Pläne vor, aus der bisherigen Interessengemeinschaft einen Verein zu machen. Dort werde man sich aller Voraussicht nach auch um Vorstandsmitgliedschaften bewerben.
 
 
Die Neugründung könnte dann beispielsweise „Initiative Sulzbacher Gewerbetreibender“ heißen. Das sei noch nicht spruchreif, ebenso wenig wie ein genauer Gründungstermin. Doch wenn es nach Piro und Wacket geht, soll es auf die zweite Januarwoche hinauslaufen. Seit den ersten „SM-S“-Treffen vor etwa anderthalb Jahren habe man eine Art Bestandsanalyse gemacht. Erkenntnis: „Positive Stimmen und Signale fehlen“, erklärte Björn Wacket. Beim Vergleich mit anderen Städten habe man jedoch bemerkt, dass Sulzbach tatsächlich noch so einiges mehr habe als eben jene.
 
Durch „SM-S“ und den ehrenamtlichen Stadtmanager Stefan Wacket, den Vater von Björn, habe man eine Schnittstelle zwischen Verwaltung und Unternehmern geschaffen. Mit der im vergangenen Jahr ziemlich rasch aus der Taufe gehobenen Gewerbeschau und der Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen, etwa der Stadtparty zur Wiedereröffnung der Sulzbachtalstraße, – „ein ziemlich großer Wurf“ – habe man schon einiges erreicht. Für die nähere Zukunft ist ein Shopping-Guide angedacht, der alle Händler präsentieren soll. Zudem möchte man regionale Workshops anbieten, Leerstände attraktiver machen und Franchises ansprechen und ihnen die Ansiedlung in der Salzstadt schmackhaft machen.
 
 
 
„Bei mir hat die Initiative Interesse geweckt und ein Feuer entfacht“, erklärte Ralf Piro sein Engagement auf dem Wege zur Vereinsgründung. Durch einen Verein wolle man das gemeinsame Streben auf „juristisch vernünftige Füße“ stellen. Eine Satzung ist in Arbeit und soll möglichst schlank gehalten werden. Dann gelte es, vernünftige Strukturen innerhalb des Vereins zu schaffen. Denn schließlich habe man „eine enorme Kauf- und Vergabekraft in der Stadt“.
 
Bereits im Vorfeld hatten beide im voll besetzten Salzbrunnenhaus ihre jeweiligen Unternehmen vorgestellt. Björn Wacket nahm als Geschäftsführer der Autohaus Birkelbach GmbH die Anwesenden mit auf eine Zeitreise über den autorisierten Mercedes-Benz-Händler. In der Sulzbachtalstraße 32 habe alles mit einer kleinen Tankstelle begonnen und dann habe man sich „im Prinzip immer weiter und weiter entwickelt“. Im Laufe der Zeit habe man das Reifen-Geschäft deutlich ausgebaut und sei derzeit der einzige Classic-Händler im Südwesten.
 
Ralf Piro ist Bereichsleiter Sulzbach und Friedrichsthal beim Debeka-Servicebüro vor Ort. Er selbst startete 1993 in einem kleinen Büro in Dudweiler, heute befindet man sich im Gebäude An der Klinik 11. Debeka habe eine Vereinsstruktur und mehr als sieben Millionen Mitglieder. Dazu gehören seit vielen Jahren bereits nicht mehr nur Beamte. Außenwerbung mache man nicht, denn: „Im Prinzip spricht unser Produkt für uns.“
 
Dietmar Bommer arbeitet seit rund drei Jahren als Niederlassungsleiter bei der Rink Rehaservice GmbH & Co. KG und präsentierte das Portfolio des Unternehmens, das in der häuslichen Pflege „in allen Bereichen vertreten ist“.
 
Die Produktpalette reicht vom Rollator über Trinknahrung bis hin zur barrierefreien Küche. Sitz ist im Gewerbegebiet in der Ludwigshöhe, wo man eine etwa 400 Quadratmeter große Ausstellungsfläche hat.
 
Sulzbachs Bürgermeister Michael Adam erinnerte bei der Einführung in die Veranstaltung im Salzbrunnenhaus daran, dass beim Unternehmer-Aschermittwochstreff nach einem weiteren Termin im Herbst angefragt wurde. Dieser Bitte sei man gerne nachgekommen. Beim nächsten Mal werde man sich vermutlich in einem Unternehmen vor Ort treffen. Angefragt ist das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik in Neuweiler.
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