Neuigkeiten
05.06.2018, 15:13 Uhr
Ruhiges Pflaster Statistik zählt weniger Wohnungseinbrüche
Bericht Saarbrücker Zeitung von Thomas Feilen
Wohnungseinbrüche geschehen häufig tagsüber, wenn die Bewohner nicht zuhause sind.
Sulzbach. Der Kriminaldienst der Inspektion Sulzbach hat eine leichte Zunahme der Straftaten im vorigen Jahr gegenüber 2016 gezählt. Ebenso stieg die Aufklärungsquote. Die Bürger können sich in unserer Region sicher fühlen, so die Experten. Von Thomas Feilen
Polizeiarbeit ist mühselig und nicht immer von Erfolg gekrönt. Einen solchen verbuchen können aber die Ermittler des Kriminaldienstes Sulzbach, wobei der Sieg auch in diesem Falle mehrere Väter hat. Wie Günther Rzeznik, Erster Kriminalhauptkommissar und Kriminalchef bei der Bezirksinspektion Sulzbach, bei der Vorstellung der Statistik für 2017 verkündete, gelang es den Beamten in detaillierter Ermittlungsarbeit seit Herbst des vorigen Jahres, eine Bande dingfest zu machen, der eine ganze Liste von Straftaten nachgewiesen werden konnte. So wurden sie zahlreicher Einbrüche in Kindergärten, Arztpraxen, die Friedrichsthaler Grundschule oder auch die Caritaspflegeschule überführt. Wobei sie bei der Ausübung ihrer Straftaten auch vor dem simplen Aufbrechen von Zigarettenautomaten nicht Halt machten. Rzeznik betonte in der Sulzbacher Aula, dass die Ermittlungseinheit beim Landeskriminalamt wesentlichen Anteil an dem Fahndungserfolg hat. Polizeiarbeit sei eben auch Teamarbeit.
 
 
Was die Kommunen Friedrichsthal, Quierschied und Sulzbach angeht, berichtete Rzeznik von einem leichten Anstieg der Straftaten insgesamt  um etwa 100 Delikte. Dazu zählen natürlich Verbrechen gegen Leib und Leben, aber auch Diebstähle, Raub sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte.
 
Bei genauerer Betrachtung ergebe sich aber ein sehr differenziertes Bild. So sei die Zahl der Wohungseinbrüche zurückgegangen, während die Zahl der Drogendelikte angewachsen sei. Es gebe aber in den drei genannten Kommunen keinen schwunghaften Drogenhandel. Im Gegenteil: Es seien fast ausschließlich Personen aufgegriffen worden, die zum Eigenverbrauch „einen Ecken“ dabei hatten. Rzeznik klärt im Gespräch mit der SZ auf: Die Drogen würden oft gepresst in einer flachen Tafel von Dealern angeboten, wobei der spätere Konsument sich dann eine Ecke, je nach Bedarf oder Geldbeutel, herausbreche. Nicht selten passiere es, dass auf der Fahrt zur Disko jemand sich mit Amphetaminen in Schwung bringt. Nach der Party gebe es dann „zum Runterkommen“ eine andere „Ecke“. In seinen Ausführungen betonte der Kriminalpolizist, dass es „hier keinen Markt“ gebe.
 
Rzeznik hob die gute Aufklärungsquote von rund 60 Prozent in allen  drei Kommunen hervor. Somit liege sie leicht über dem Landesdurchschnitt.
 
Besonders Augenmerk legte Rzeznik auch „Straftaten gegen Alte“. Und diese schlügen sich auch zunehmend in der Statistik, vor allem aber in der täglichen Ermittlungsarbeit  nieder. Diese Delikte umfassten sowohl den klassischen Enkeltrick als auch immer häufiger die „Handwerker-Masche“. Dabei sei zu beobachten, dass ein Trupp von Handwerkern, oft Dachdeckern, durch Wohngegenden fahre und gezielt nach Schäden an Häusern Ausschau halte. Einer von ihnen klingele dann an der Haustür und versichere dem Besitzer, dass er und seine Kollegen den begutachteten Schaden schnell und weit unter dem offiziellen Preis reparieren würden. Sie könnten das unmittelbar erledigen, sodass Wartezeiten auf mit Termin bestellte Handwerker entfielen. Das täten die so Angesprochenen dann auch. Nach Abschluss der Arbeiten klingelten dann alle Männer und verlangten vom Besitzer, oft eine alte Frau oder ein alter Mann, einen vielfach höheren Preis als ursprünglich, aber lediglich mündlich vereinbarten Preis. Durch ihr provokatives Auftreten allein schüchterten sie die alten Leute massiv ein.
 
Dermaßen unter Druck gesetzt bezahlten diese dann dem Trupp die überteuerte Rechnung in bar. Rzeznik wies gegenüber der SZ ausdrücklich daraufhin, dass es in jeden Fall besser sei, einen bei der Kammer registrierten Handwerker zu beauftragen, selbst wenn man dann eventuell eine Zeit lang auf die Reparatur warten müsse. 
 
Kontakt: Polizei in Sulzbach, Telefon (06897) 9330.
 
Kommentar schreiben
CDU Deutschlands CDU-Mitgliedernetz Online spenden Deutscher Bundestag
Angela Merkel CDU.TV Newsletter CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
Hermann Gröhe Angela Merkel bei Facebook Hermann Gröhe bei Facebook
© CDU Stadtverband Sulzbach-Saar  | Startseite | Impressum | Datenschutz | Kontakt | Inhaltsverzeichnis | Realisation: Sharkness Media | 0.06 sec. | 248445 Besucher