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16.11.2019
Landesparteitag der CDU im Saarland: Ministerpräsident Tobias Hans bleibt Chef der Saar-CDU
Theley: Mit deutlicher Mehrheit ist Hans am Samstagmittag von den Delegierten in wiedergewählt worden. In seiner Rede sprach der Ministerpräsident nicht nur über die eigene Regierunsarbeit, sondern auch über die wirtschaftliche Lage im Saarland. Deutliche Worte fand Hans zur SPD und AfD. 
 
Paul Ziemiak setzte sich auf den Stuhl von Tobias Hans. Offenbar hatte der Generalsekretär der CDU Deutschlands, der zum Landesparteitag der Christdemokraten nach Theley gekommen war, auf dem Podium das Namensschild übersehen. Abgesehen davon gab es an diesem Samstag in der Sport- und Kulturhalle keinen Zweifel, wer die Saar-CDU führen soll.
 
Auch Ziemiak hatte für Hans nur lobende Worte, bezeichnete ihn als jungen Ministerpräsidenten, dessen Stimme in Berlin gehört werde. Bei der Wiederwahl zum CDU-Landesvorsitzenden erhielt Hans überdeutliche 98,4 Prozent, nach 95,5 Prozent im Vorjahr. Der saarländische Ministerpräsident hatte das Spitzenamt im Oktober vergangenen Jahres von der heutigen CDU-Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer übernommen. Damals traf sich die Union zu einem außerordentlichen Parteitag in Neunkirchen, der Heimatstadt des 41-Jährigen, einer traditionellen Hochburg der Sozialdemokratie. Diesmal kamen die 321 Delegierten in Theley zusammen, „in der schwärzesten Gemeinde des Saarlandes“, wie Markus Uhl, der Generalsekretär der Saar-CDU, zur Begrüßung sagte.
Das St. Wendeler Land gilt in der Region als „Homeland“ der Christdemokraten. Hans sagte, es stehe sinnbildlich für den Erfolg der CDU Saar, die seit 1999 die stärkste Partei im Land ist. In Theley sprach Hans nun von einer „einjährigen Probezeit als Parteivorsitzender“, zum Abschluss einer mehr als einstündigen Rede, auf die langanhaltender Applaus folgte - eineinhalb Minuten. Der deutete bereits auf das Wahlergebnis hin. 
 
 
Wovon handelte die Rede des CDU-Landeschefs? Man sei der vielleicht erfolgreichste Landesverband der CDU in Deutschland, sagte Hans. Es sei gut, dass die Union seit 20 Jahren die Geschicke des Landes bestimme. Diese Selbstvergewisserung sollte auch eine Außenwirkung entfalten. Hans ging es um ein „Signal der Geschlossenheit“, wie er sagte - eine Woche vor dem Bundesparteitag der CDU in Leipzig, nach anhaltenden Machtkämpfen innerhalb der Volkspartei. Die auch ein Grund dafür sein dürften, dass Kramp-Karrenbauer am Samstag in Nordrhein-Westfalen unterwegs war, somit in Theley fehlte. Sie richtete eine Videobotschaft an die Delegierten. „Wählt klug“, sagte sie. Und meinte Hans.
 
Geht es nach ihrem Nachfolger, dann taugt auch die Große Koalition im Saarland als nationales Vorbild. Man arbeite gut zusammen, allen Unterschieden zum Trotz, erklärte Hans. Den sogenannten Saarland-Pakt, über den CDU und SPD den Kommunen die Hälfte ihrer hohen Kassenkredite abnehmen wollen, nannte Hans ein „einzigartiges Entlastungsprogramm“. Man habe einen Forschungsstandort für Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit aufgebaut. „Für ein kleines Land wie das Saarland ist das geradezu sensationell“, sagte er. Erst am Freitag stimmte der Haushaltsausschuss des Bundestages für eine Außenstelle des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Saarbrücken. Das grenze an ein Wunder, befand Hans, der außerdem eine „saarländische Cyber-Agentur“ forderte. Auch in klassischen Industriezweigen wünscht der CDU-Landeschef sich Innovationen. „Wir müssen unsere heimische Stahlindustrie fitmachen, grünen Stahl zu produzieren“, sagte Hans.
Dass der Innovationstreiber Tesla seine Elektroautos nahe Berlin bauen will, nicht im Saarland, das um den US-Konzern geworben hatte, begründete der Unionspolitiker mit einem „Imageproblem“ der Region. Er verband die Selbstkritik mit der Forderung nach einer besseren Anbindung an den Fernverkehr, man brauche gute Anbindungen nach Luxemburg und Paris, „eine ICE-Schnellverbindung nach Frankfurt“.,
 
Doch sprach Hans nicht nur über die eigene Regierungsarbeit, deutliche Akzente setzte der Parteichef auch bei den „Kernthemen“, wie er sie nannte - allen voran bei der inneren Sicherheit. Die CDU reklamiert für sich, im Saarland das Personal bei Polizei und Justiz aufgestockt zu haben. Doch sieht Hans ein grundlegendes Problem: „Das Vertrauen in den Rechtsstaat schwindet, das müssen wir thematisieren als CDU.“ Es gebe keine rechtsfreien Räume, aber Sphären, in denen der Rechtsstaat ein Durchsetzungsdefizit habe, erklärte er.
Beunruhigt zeigte sich Hans angesichts des politischen Klimas. Er sprach von einer Gewaltbereitschaft extremistischer Kräfte, wie man sie seit dem RAF-Terrorismus nicht mehr erlebt habe. Den neonazistischen Terrorschlag in Halle bezeichnete Hans als „furchtbaren Höhepunkt“. Er schloss an: „Der Rechtsextremismus ist zu einer ernsthaften Bedrohung in Deutschland geworden, da gibt es nichts zu relativieren.“ Das bedachten die Delegierten mit zustimmendem Applaus, ebenso die Besorgnis über einen zunehmenden Antisemitismus. Mahnend sagte er: „Der Extremismus frisst sich von den Rändern zur Mitte der Gesellschaft.“
 
Die politische Mitte beansprucht die Union als Volkspartei in den vergangenen Wochen immer deutlicher für sich. Entsprechend äußerte sich Hans zu den anderen Parteien, auch zur SPD. Dass Außenminister Heiko Maas (SPD) mit seinem türkischen Amtskollegen irritiert auf den Vorschlag von Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer reagiert hatte, in Nordsyrien eine internationale Schutzzone einzurichten, kommentierte der Ministerpräsident mit scharfen Worten: „Das ist dem Format eines Bundesaußenministers nicht würdig, das ist eher das Format eines Juso-Ortsvorsitzenden.“ Mit den Grünen will Hans stärker die Auseinandersetzung suchen, eine klare Absage erteilte er der AfD, für ihn ein „trojanisches Pferd in der bürgerlichen Mitte“. Hans: „Wir können mit dieser AfD niemals zusammenarbeiten.“
 
Nach der Wiederwahl des Parteivorsitzenden wählten die Delegierten als Stellvertreter den saarländischen Finanzminister Peter Strobel, die Bundestagsabgeordnete Nadine Schön, Daniela Schlegel-Friedrich, die Landrätin von Merzig-Wadern, außerdem Landtagspräsident Stephan Toscani und den Sulzbacher Bürgermeister Michael Adam. Der Parteitag endete am Nachmittag nach fünfeinhalb Stunden.
 
 
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16.11.2019
Saarbrücker Zeitung Von Anja Kernig
 Sulzbach Die Töchter des verstorbenen Sulzbacher Politikers unterstützen die Musikschule in seinem Namen.
„Das passt zu Bernd genau“, freut sich Bürgermeister Michael Adam, „und so bleibt er präsent in der Stadt.“ Gemeint ist Bernd Rose, langjähriger Geschäftsführer der Stadtwerke Sulzbach und Parteikollege Adams. „Wo er konnte, hat er geholfen“, ob als Lokalpolitiker im Stadtrat, im Vorstand des Verkehrs- und Heimat-Vereins, lebenslang in zig Ämtern und Funktionen in seiner katholischen Kirchengemeinde Altenwald oder sogar vor Gericht – als ehrenamtlicher Richter am Landgericht Saarbrücken.
 
Am allerliebsten aber half der diplomierte Bauingenieur dort, wo es um Musik und Kinder ging. Bis zu seinem Tode vor zwei Jahren stand Bernd Rose dem Förderverein der Musikschule Sulzbach/Fischbachtal vor. Und genau da möchten seine Töchter Christine und Claudia Rose jetzt wieder anknüpfen. Sie stellen der Musikschule von 2020 an zehn Jahre lang ein jährliches Budget in Höhe von 3000 Euro zur Verfügung.
 
Für wen dieses Bernd Rose Stipendium gedacht ist, erläuterten Christine Rose und Uwe Brandt, Leiter der Musikschule, bei einer Pressekonferenz in der Sulzbacher Aula. Oberste Priorität genießen laut Brandt die Schulförderungen. „Mit jedem Schuljahresende verlassen Musikschüler die Zweiergruppen in den Kooperationsschulen“, etwa gen Krebsberggymnasium Neunkirchen. Bleibt ein Kind zurück, verliert dieses den Sondertarifstatus der Gruppe, der höhere Regelsatz wird fällig. Mit dem Stipendium könne diese Differenz ausgeglichen werden.     
 
Realistisch sind zwei bis drei Fälle pro Jahr und damit ein Bedarf deutlich unter 3000 Euro, rechnet Brandt vor. Weshalb man auch Kinder unterstützen könne, deren „Eltern nicht in der Lage sind, das Schulgeld in voller Höhe zu leisten“. Zudem ist eine Förderung besonders begabter Sulzbacher Musikschüler möglich. Denkbar sind auch Projekt- oder Sonderförderungen. Etwa bei der Anschaffung von Instrumenten für Schüler, die Unterstützung von Chorkonzerten oder von öffentlichkeitswirksamen Projekten wie der Produktion einer Musikschul-CD.
 
Mit 99,9-prozentiger Sicherheit startet 2020 ein generationsübergreifendes Projekt mit Sulzbacher Seniorenzentren, das zum Beispiel Konzerte in die Einrichtungen bringen will, verriet der Leiter der Musikschule. Auch dafür könne man die Rose-Förderung gut gebrauchen.
 
Entschieden wird über die Verteilung der Mittel im Rahmen von Förderkreissitzungen in Anwesenheit oder mit schriftlichem Votum der Stifterinnen. „Mein Vater hatte als Kind keine Chance, ein Instrument zu erlernen“, betonte Christine Rose. „Aber er hat Musik geliebt.“ Sie selbst sei ab dem vierten Lebensjahr in den Genuss der musikalischen Früherziehung gekommen. „Als ich in die Schule kam, war ich die Einzige, die Noten lesen konnte.“
 
Obwohl sie beide nicht mehr in Sulzbach leben, sei es ihr und ihrer Schwester ein großes Anliegen, „das Werk unseres Vaters weiterzuführen“. Was Bürgermeister Adam besonders freut: „Bernd konnte Menschen zusammenbringen und bewegen“ – und das bleibe jetzt auch nach seinem Tod so. Dank des Stipendiums.
 
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10.11.2019
"Wir brauchen einen zeitgemäßen Begriff der Nation" schreibt Tobias Hans im FAZ-Namensbeitrag:
 
Wir brauchen einen zeitgemäßen Begriff der Nation – die „Bekenntnisnation“. Eine Nation, die alle einschließt, die sich zu ihr bekennen – gleich welcher Herkunft, welcher Hautfarbe und welcher Religion.
 
Wir müssen wieder über die Nation reden. Zwar stimmt es, dass im Zeitalter der Globalisierung die nationalen Handlungsspielräume eingeengt sind. Richtig ist auch, dass im Zuge der europäischen Integration einstige nationale Souveränitätsrechte auf die Ebene der EU verlagert wurden. Ebenso ist unbestreitbar, dass bestimmte Probleme heute nur noch mit internationaler Kooperation zu lösen sind. Das heißt aber längst nicht, dass der Nationalstaat bereits überwunden und damit obsolet geworden ist. Im Gegenteil: Zentrale Politikbereiche sind in Europa und weit darüber hinaus nach wie vor auf der Ebene des Nationalstaats angesiedelt. Und gerade im Zeitalter von Globalisierung und Migration gewinnt er – so scheint es – an Bedeutung für die politische Identität der Menschen.
 
Dies zu akzeptieren und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, damit tun sich in Deutschland viele erkennbar schwer. Sie meiden diesen Begriff, weil er durch unsere Geschichte belastet ist. Natürlich hängt dies mit jenen schrecklichen zwölf Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft zusammen, die wahrlich weit mehr waren als nur ein „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte. Sie waren ein bis heute unbegreiflicher Zivilisationsbruch, dessen Wesen nicht in seiner zeitlichen Dauer, sondern vielmehr in der Tiefe seiner Abscheulichkeit lag. Deshalb dürfen wir diesen Zivilisationsbruch nie ausblenden, wenn es darum geht, über deutsche Identität nachzudenken. Andererseits wäre es aber auch falsch, diesen Teil unserer Geschichte zum einzigen Bezugspunkt unserer nationalen Identität zu machen. Denn Identitätsbildung ohne positive Anknüpfungspunkte ist wenig erfolgversprechend.
 
Gerade die Union sollte dem Begriff Nation nicht aus dem Weg gehen. Die Union bekannte sich vor 1990 immer zur deutschen Einheit und hat gleichzeitig die europäische Einigung mit vorangetrieben. Für die Union war immer klar: Deutsche Einheit und europäische Integration sind zwei Seiten einer Medaille. Dies aus gutem Grund. Denn die Geschichte hat uns gezeigt: Ein Europa der losgelösten Nationalstaaten mit einem starken geeinten Deutschland in seiner Mitte war immer ein instabiles Gebilde. Zwei Weltkriege, die von hier ausgingen, sollten uns Mahnung genug sein, nicht erneut ein solches Experiment zu wagen.
 
Genau aus diesem Grund dürfen wir die Definition von Nation und die Identifikation mit der Nation weder den Rechtspopulisten und -extremisten überlassen noch denjenigen auf der linken Seite, für die die Nation Teufelswerk schlechthin ist. Aus diesem Grund müssen wir selbst eine Antwort geben auf die Frage: Was bedeutet Nation im Zeitalter der Globalisierung, der Migration und des geeinten Europas? Darüber müssen wir eine offene, unverkrampfte Debatte führen mit dem Ziel einer zukunftstauglichen Fortentwicklung unseres Nationenbegriffs. Denn zwischen den beiden Extremen Negation und Überhöhung muss es ein Drittes geben, einen Begriff von Nation, der über jeden Verdacht des Völkischen erhaben ist und auch jeder aggressiv ausgrenzenden Färbung abschwört, der aber dennoch imstande ist, eine besondere – auch emotionale – Verbundenheit zu stiften.
 
Was wir brauchen, ist ein moderner, zeitgemäßer Nationenbegriff. Hierfür geeignet wäre aus meiner Sicht der Begriff der „Bekenntnisnation“. Dies wäre eine Nation, die alle einschließt, die sich zu ihr bekennen – gleich welcher Herkunft, welcher Hautfarbe und welcher Religion; die alle umfasst, die unsere grundlegenden Werte der Menschenwürde und Menschenrechte, der freiheitlichen Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit teilen. Eine Nation, in der die Menschen Verantwortung tragen für das Gemeinwohl und sich einbringen für eine gute gemeinsame Zukunft in Frieden, Freiheit und Wohlstand. Eine Nation, zu der die Menschen in ungeteilter Loyalität stehen, in der sie Solidarität schenken und empfangen und die zu den guten wie auch schlechten Seiten ihrer Geschichte steht.
 
Die Bekenntnisnation grenzt sich ab von Nationenbegriffen, die in der deutschen Geschichte immer wieder hervortraten und zum Teil bis heute fortwirken, die für eine zeitgemäße und vor allem zukunftsgerichtete Selbstbestimmung allerdings wenig taugen.
 
Dies gilt beispielsweise für die Vorstellung von Deutschland als „Kulturnation“. Obwohl bis heute gebräuchlich – etwa in den Grundsatzprogrammen der Unionsparteien –, ist dieser Begriff problematisch. Kulturnation, das bedeutete einst mehr als nur ein Land mit einem reichhaltigen Kulturleben. In der Zeit vor dem Bismarckschen Nationalstaat verstand man darunter die staatlich nicht geeinte Gemeinschaft aller Deutschsprachigen mitsamt ihrer kulturellen Traditionen. Dem folgte die Selbstüberschätzung gegenüber den westlichen Nationen, vor allem gegenüber Frankreich, dem man zwar Zivilisation im Sinne eines seelenlosen Fortschritts, nicht aber Kultur im Sinne des „Guten, Edlen, Schönen“ zuschrieb. In der Gewissheit einer grundsätzlichen moralischen Überlegenheit sah man dazu Deutschland bestimmt. „Deutsche Kultur“ versus „französische Zivilisation“ lautete schließlich der Kampfruf deutscher Intellektueller während des Ersten Weltkriegs.
 
Dabei hatte sich die Kulturnation längst aufgemacht, sich notfalls mit Gewalt die entsprechende staatliche Form zu verschaffen – etwa mit der Vereinnahmung Elsass-Lothringens als deutschsprachige Regionen Frankreichs nach dem Krieg von 1870/71, später schließlich mit dem Anschluss Österreichs zu „Großdeutschland“. Wir sollten uns heute nicht darauf verlassen, dass ähnlich lautende Visionen für alle Zeiten ausgeträumt sind. Die Vorstellung von einer deutschen Kulturnation würde dem jedenfalls Vorschub leisten. Die Unionsparteien sollten aus diesen Gründen den Begriff der Kulturnation aus ihren Programmen streichen, dies zumal, wenn sie sich in der Tradition der Aufklärung mit universell gültigen Menschenrechten sehen.
 
Ein zeitgemäßer Nationenbegriff sollte vielmehr von den Menschen her gedacht sein, die sozusagen bewusst und willentlich gemeinsam die Nation bilden. Dies ist auch das Modell, das der französische Denker Ernest Renan, ein früher Beförderer der deutsch-französischen Partnerschaft im 19. Jahrhundert, beschrieb, als er sich die Frage stellte, was eine Nation ausmacht: „Es ist nicht das Blut, es ist nicht die Abstammung, sondern man muss sich dazu bekennen, man muss Franzose sein wollen . . . Es ist die gemeinsame Geschichte und vor allem die gemeinsame Erinnerung an diese Geschichte.“
 
Dass auch in Deutschland ein Nationenbegriff ohne Bezug auf die Geschichte weder denkbar noch wünschenswert ist, daran gibt es keinen Zweifel. Aber die Geschichte allein wird es als Bezugspunkt nicht richten, zumal im Zeitalter der Migration diese Geschichte eben gerade keine gemeinsame ist. Was uns jedoch einen kann, ist der Wille zur gemeinsamen Zukunft in Frieden und Freiheit, in einer demokratischen und solidarischen Gesellschaft, in einem allgemein gesicherten Wohlstand und einer nachhaltig bewahrten Umwelt.
 
Eine solche Nation würde ein attraktives Integrationsangebot machen – gerade auch denen gegenüber, die ihre Wurzeln im Ausland haben und ihre Lebensperspektive dauerhaft in Deutschland sehen. Überdies würde sich unter dem Dach der Bekenntnisnation jede Diskussion über eine Leitkultur erübrigen. Leitkulturen bildeten sich übrigens eigendynamisch immer dann aus, wenn sie mit einer konkreten Zukunftserwartung verbunden waren. Bei der bürgerlichen Leitkultur des 19. und 20. Jahrhunderts war dies beispielsweise die Aussicht auf Überwindung von Not und Elend. Für uns heute könnte es die skizzierte gemeinsame Zukunft sein, aus der sich zwangsläufig die Notwendigkeit einer bestimmten Haltung ergibt. Ohne Fleiß, Zielstrebigkeit, Disziplin, Aufrichtigkeit, ohne Respekt, Rücksichtnahme und Solidarität werden wir eine freiheitliche, prosperierende und menschliche Zukunft nicht gewinnen. Und wo es um gezielte Verstöße gegen die Grundprinzipien unserer freiheitlich demokratischen Ordnung geht, bedarf es eines starken, durchsetzungsfähigen wie auch durchsetzungswilligen Staates.
 
Der Begriff der „Bekenntnisnation“ erlaubt eine positive Identifikation für alle Menschen in unserem Land. Er eröffnet eine Zukunftsperspektive, für die man, wenn sie leidenschaftlich und glaubwürdig vermittelt wird, Begeisterung und Engagement entwickeln kann. Er gibt die Antwort auf die Frage, was es heute heißt, Deutsche und Deutscher zu sein. Und Menschen mit zum Beispiel türkischer Abstammung, die sich hierzu bekennen, sind auch keine „Deutsch-Türken“ oder „Türken mit deutschem Pass“ mehr, sie sind Deutsche und nichts anderes. Sie sollten als solche anerkannt werden, sie sollten sich als solche aber auch selbst definieren.
 
Das bestehende deutsche Staatsangehörigkeitsrecht liefert hierzu den geeigneten rechtlichen Rahmen – außer im Punkt einer allgemein zugänglichen doppelten Staatsangehörigkeit. Denn das Bekenntnis im Begriff der Bekenntnisnation ist nicht teilbar. Die Loyalität muss eindeutig sein. Ansonsten bleiben wir auf dem Weg zu einer modernen gemeinsamen Nation, die alle einschließt, auf halber Strecke stehen.
 
Die Bekenntnisnation lässt sich freilich nicht in eine rechtlich verbindliche Form gießen. Der Staat kann das Bekenntnis nicht erzwingen. Das macht sie aber keineswegs überflüssig. Vielmehr wäre sie eine Art ideeller Überbau als Selbstbild einer Nation, die weder eine regionale Identität verdrängt noch einer europäischen Einigung im Wege steht. Es spricht viel dafür, dass dieser Begriff von Nation einen Beitrag zu mehr Unbefangenheit und Gelassenheit im Umgang mit uns selbst leisten würde. Dies wäre nicht nur in unserem, sondern vor allem auch im Interesse unser Nachbarn und Partner. Auch ihr Bedarf an einem ewigen deutschen Sonderweg ist ganz sicher begrenzt. Es ist Zeit, dass wir eine normale Nation werden.
 
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10.11.2019
Bericht Stadt
Sulzbach: Auf dem Gelände des ehemaligen Sulzbacher Freibades haben Fäll- und Rodungsarbeiten begonnen. Große schwere Baumaschinen arbeiten dort schon seit einigen Tagen.  In dem Gelände wird die Landschaftsagentur Plus GmbH im Auftrag der RAG Aktiengesellschaft und der Stadt Sulzbach das Gelände des Freibadareals renaturieren und den dort kanalisierten Bläubach (mit dieser Bezeichnung steht der Bach in den offiziellen Gewässerkarten des Landes) offenlegen und naturnah gestalten. Für die RAG Aktiengesellschaft sind dies Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für die Sanierung der Halde Camphausen-Lydia in Quierschied. Nach Angaben von Projektleiter Michael Boes sollen die Fäll- und Rodungsarbeiten noch diese Woche beendet werden. Nächste Woche sollen dann schon die eigentlichen Erdarbeiten losgehen. Die dafür notwendigen Maschinen sind schon vor Ort. Boes: „Wenn das Wetter mitspielt, werden wir dieses Jahr noch fertig.“ Der Projektleiter spricht von einer schönen, einfachen Baustelle. Es handele sich um eine große eingezäunte Fläche, auf der man ungestört arbeiten könne. Boes erinnert daran, dass mit der Offenlegung des Bläubachs im Bereich des ehemaligen Freibades die Stadt Sulzbach einen weiteren Retentionsraum bei Hochwasserereignissen gewinne.  Hier könnten bei extremen Regenereignissen zusätzlich fünf Millionen Liter Wasser zurückgehalten werden. Bürgermeister Michael Adam stellt fest: „Neben dem Hochwasserschutz werden wir hier aber auch ein neues Naturerlebnis bekommen“.
 
Früher speiste der Bläubach die ehemalige Freibadanlage mit Wasser. Nach der Umstellung auf eine externe Wasserversorgung wurde der Bachlauf dann kanalisiert. Mit der nun geplanten Offenlegung und Renaturierung wird das Gewässer über eine Strecke von 200 Metern wieder ökologisch durchgängig werden. Neben dem neuen Gewässerlauf werden Feuchtmulden angelegt und mit standortgerechten Pflanzen ergänzt.
 
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05.11.2019
Bericht Wochenspiegel
Lukas Philippi präsentiert am 23. November sein Klavierkabarett-Programm im Salzbrunnenhaus. Foto: Veranstalter
SULZBACH Ein Mann, ein Klavier und viel zu lachen. Das ist Lukas Philippi. Am Samstag, 23. November, tritt der 28-Jährige mit seinem Klavierkabarett-Programm im Sulzbacher Salzbrunnenhaus auf. Nach erfolgreichen Konzerten in ausverkauften Häusern ist Lukas Philippi auf Einladung der VHS Sulzbach mit seinem aktuellen abendfüllenden Programm zu Gast.
Lukas Philippi erlernte bereits mit sieben Jahren das Klavierspiel. Mit zehn Jahren wagte er sich an die Orgel, und seit dem 18. Lebensjahr hat er für sich das Genre Klavierkabarett entdeckt. Die Themen der Lieder stammen mitten aus dem Leben, so dass jeder Gast sich selbst wiederfinden kann.
Beim Konzert im historischen Salzbrunnenhaus erwartet die Besucher ein Abend mit abwechslungsreicher Musik, mit viel Witz und Humor, aber auch mit ergreifenden Balladen, die das Leben selbst schreibt. Lukas Philippi präsentiert zahlreiche Lieder, die aus seiner eigenen Feder stammen, aber auch Cover-Versionen, etwa von Bodo Wartke, den Wise Guys und Sebastian Krämer, sind dabei.
Karten gibt es im Vorverkauf bei der Volkshochschule Sulzbach für zehn Euro. An der Abendkasse kostet der Eintritt 13 Euro. Das Konzert beginnt um 19 Uhr. 
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03.11.2019
Saarbrücker Zeitung Von Udo Lorenz,
In der grauen Kunststofftonne soll immer weniger Restmüll landen. Denn zuvor sollen Wertstoffe vom Bürger aussortiert worden sein. Und entsprechend korrekt im Gelben Sack, in der Biotonne oder in den Wertstoffzentren landen. ,
saarlouis-Fraulautern Der Entsorgungsverband Saar (EVS) hat seinen Wirtschaftsplan vorgelegt. Die Kommunen müssen noch zustimmen.
Die Abfallentsorgung über die graue Restmülltonne soll für viele Saarländer vom nächsten Jahr an etwas billiger und danach bis zum Jahr 2022 preisstabil gehalten werden. Das ergibt sich aus den neu kalkulierten Gebührensätzen, die der Entsorgungsverband Saar (EVS) am Mittwochabend zusammen mit dem Wirtschaftsplan 2020 auf einer Regionalkonferenz in Saarlouis-Fraulautern vorgelegt hat.
 
Demnach soll – vorbehaltlich der Zustimmung der Bürgermeister in den EVS-Gremien – die Leerungszählgebühr für die graue 120-Liter-Restmülltonne ab nächstem Jahr von aktuell 6,98 Euro um vier Prozent auf 6,70 Euro sinken, für die größere 240-Tonne gleichfalls um vier Prozent von 13,96 auf 13,41 Euro. Grundgebühr (55 Euro die kleine graue Tonne), Verwiegegebühr (0,39 Euro je Kilogramm Restmüll) und Bioabfallgebühr (58 Euro im Jahr für die kleine grüne Tonne) bleiben demnach unverändert.
 
Damit, so der EVS, verringere sich die durchschnittliche Abfallgebührenhöhe im Saarland von aktuell 81 Euro pro Einwohner und Jahr (inklusive Bioabfall) auf 80 Euro ab 2020 und bewege sich somit weiter am unteren Ende der Gebührenskala im übrigen Deutschland (70 bis 120 Euro pro Einwohner). Insgesamt spricht der EVS von einer geplanten Gebührensenkung von 1,4 Millionen Euro pro Jahr im Bereich der Restabfallentsorgung. Der Finanzplan Abfallwirtschaft, den EVS-Finanzchef Max Krajewski vorlegte, sieht ab nächstem Jahr deutliche Rückgänge der handelsrechtlichen Jahresergebnisse vor. Das vorhandene Eigenkapital soll künftig zum Ausgleich etwaiger Jahresfehlbeträge (nächstes Jahr minus 1,4 Millionen Euro) genutzt werden. „Damit verfolgt der EVS eine langfristige Strategie zur Vermeidung von erheblichen Beitrags- und Gebührensprüngen“, hieß es dazu seitens der EVS-Geschäftsführung.   
 
Im Bereich Abwasserwirtschaft bleibt es laut EVS-Planung für das Jahr 2020 zum neunten Mal in Folge konstant bei dem einheitlichen Verbandsbeitrag von 3,05 Euro pro Kubikmeter Frischwasser. Hier weise der Finanzplan für das Wirtschaftsjahr 2020 einen Überschuss von 6,2 Millionen Euro aus und zeige auch künftig eine positive Ergebnisentwicklung, die es dem 
Verband ermögliche, weiter Eigenkapital aufzubauen, betonte Krajewski. Das Investitionsprogramm 2020 weist bei der Abwassersparte Investitionen von 69,2 Millionen Euro aus. Bis zum Jahr 2023 sind es insgesamt 248 Millionen Euro Investitionen, davon die höchste Summe für die Sanierung von Kläranlagen. .,
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01.11.2019
Sulzbach:  Ein Kunsthandwerkermarkt der besonderen Art mit Neuem und Bewährtem lädt bei den Saxophonklängen von Julia Brunetti im historischen Salzbrunnenhaus und dem schönen Innenhof zum Bummeln und Verweilen ein.
Die nunmehr siebte „Nacht der Engel“ erwartet die Besucher mit einem vielfältigen Angebot und vielen neuen Ausstellern: Wolle und handgefertigte Artikel, Skulpturen und Leuchten aus Holz, selbstgestaltete Papierwaren, handgegossene und handbemalte Betonstücke, Silberlöffel- und Gabelschmuckdesign, Töpferware, Genähtes, winterliche Deko aus Holz, Engel, Weihnachtskarten, Jahreskalender, Schmuck, Gemälde, genähte Upcycling-Produkte, Knopfschmuck-Unikate, Tischkamine, Gartenfeuer, Häkelarbeiten, Badesalze, Glasfusing und weitere individuelle Unikate sowie ein kulinarisches Angebote  runden die Veranstaltung ab.
Ein weiteres Highlight findet am 14. Dezember statt: der weihnachtliche „Sternenzauber“ verzaubert die Besucher am historischen Salzbrunnen-Ensemble mit einem vielseitigen weihnachtlichen Angebot und einer imposanten Lasershow.
 
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01.11.2019
Sulzbach:  In diesem Jahr widmet die Stadt Sulzbach mit drei Veranstaltungen unter der Überschrift „Sulzbach zeigt Stimme“ wieder besondere Aufmerksamkeit dem Singen – genauer gesagt dem Chorgesang. So fand am dritten Wochenende im Juni zum deutschlandweiten „Tag der Musik“ sowohl der „Tag der jungen Stimmen“ als auch das „Sulzbacher Chorfest – grenzenlos“ statt. Dabei zeigten 16 verschiedene Chöre eine große Bandbreite des gemeinschaftlichen Singens, das nach wie vor eine wichtige Säule im  kulturellen Leben unserer Gesellschaft bildet.
Bei der dritten Veranstaltung steht nun „Stimme pur“ im Mittelpunkt: Bei der „Nacht der Stimmen“ am Samstag, 9. November, zeigen gleich drei A-Cappella-Ensembles ihre gesanglichen Qualitäten auf der Bühne.
Als Künstler konnten in diesem Jahr der Chor „Jung & Sing“ vom Chor-Werk Hülzweiler, das vierköpfige Frauenensemble „A caBella“ und, wie bereits in 2017 die A-Cappella Formation „Jelly Vox“ gewonnen werden. Das Repertoire reicht dabei von Musical-Highlights über Songs aus den Bereichen Pop, Rock, Jazz oder Soul bis hin zu Weltklassikern in neuem Gewand und auch Unterhaltsames im Kleinkunststil.
Der Konzertabend beginnt um 19.30 Uhr in der Sulzbacher AULA, Gärtnerstraße 12. Karten zu 13,- € (ermäßigt 10,- €) gibt es in Sulzbach bei der Buchhandlung Reiber, Sulzbachtalstraße 79, Tel.: 06897 503393, bei der VHS Tel.: 06897 508 400, info@vhs-sulzbach.de und auch an der Abendkasse.
Weitere Infos bei Stefanie Bungart-Wickert 06897 508 220  s.bungart-wickert@stadt-sulzbach.de oder auf der Internetseite der Stadt Sulzbach www.stadt-sulzbach.de
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26.10.2019
Bericht Saarbrücker Zeitung von Niklas Volz
 Salmonellen-Verdacht: Eier-Rückruf im Saarland
 
 Die Eier stammen von einem hessischen Geflügelhof, der seine Produkte auch dem Einzelhandel im Saarland verkauft hat.
 
Die betroffenen Eier sind vom Geflügelhof-Strauß in Reinheim-Georgenhausen (Hessen) und sind über den Einzelhandel in einem Umkreis von 100 Kilometern verkauft worden. Betroffene Länder sind laut Lebensmittelwarnung.de neben dem Saarland auch Bayern, Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz.
 
Das Unternehmen teilt mit, dass aktuell nicht ausgeschlossen werden kann, dass Eier mit der Stempelnummer 2-DE0680392 durch Salmonellen auf der Schale verunreinigt sind. Abschließende Untersuchungen stehen allerdings noch aus.
 
Vom Rückruf betroffen sind alle Eier mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum bis einschließlich 24.11.2019. Verkauft wurden die Eier über den Einzelhandel.     
Kunden, die die Eier gekauft haben, können diese an den entsprechenden Einzelhandelsverkaufsstellen gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben.
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Der Verzehr der Eier kann zu Unwohlsein, Durchfall, Erbrechen und sogar Fieber führen. Sollte der Verdacht auf den Verzehr von Salmonellen bestehen, wird gebeten, unverzüglich einen Arzt aufzusuchen.
 
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22.10.2019
Bericht Saarbrücker Zeitung
  Saarbrücken Die Saar-CDU will sich beim Parteitag der Bundes-CDU am 22. und 23. November dafür aussprechen, dass die Partei die Möglichkeit einer Familienmitgliedschaft zu begünstigten Konditionen einführt. Den entsprechenden Antrag mit dem Titel „Die CDU als Mitglieder-, Mitmach- und Volkspartei weiter stärken“ hat der Landesausschuss der Saar-CDU bei seiner Sitzung am Montagabend (21.Oktober) im Bürgerhaus Dudweiler verabschiedet. Außerdem sollen die digitalen Möglichkeiten stärker für Beratungsformate in der Partei genutzt werden, beschlossen die Delegierten. Der CDU-Mitgliedsausweis solle auch in digitaler Form, als so genannte „Wallet-App“, angeboten werden.
 
Darüber hinaus begrüßte dieser kleine Parteitag mit überwiegen Vertretern der kommunalen Verbände den Saarland-Pakt, der kommende Woche im Landtag verabschiedet werden soll. „Wir werden die saarländischen Kommunen in Milliardenhöhe am neuen Bund-Länder-Finanzausgleich ab 2020 beteiligen“, betonte der CDU-Landesvorsitzende, Ministerpräsident Tobias Hans, „das Land nimmt den Kommunen die Hälfte ihrer Kassenkredite ab und sorgt für deren Tilgung. Daneben setzt sich die Landesregierung dafür ein, dass auf Bundesebene eine Lösung für die verbleibenden Altschulden gefunden wird. Doch nicht nur das: Die Städte und Gemeinden erhalten außerdem zusätzliche Investitionsmittel in Höhe von 20 Millionen Euro – jedes Jahr aufs Neue.“
 
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