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Neuigkeiten
04.12.2017, 15:10 Uhr
Serie Kulturbeauftragte des Regionalverbandes Nicht nur Nischenprogramm
Bericht Saarbrücker-Zeitung von Anja Kernig
In Sulzbach kümmert sich der Chef persönlich um die Kultur: Bürgermeister Michael Adam und Deana Zinßmeister im Salzbrunnenhaus.

Sulzbach. In Sulzbach ist der Bürgermeister in Personalunion Kulturbeauftragter. Michael Adem will ein breites Angebot bieten.

Es ist noch früh am Tag, aber Michael Adam hat schon volle Betriebstemperatur. Sein Elan wirkt ansteckend. Und man ahnt, wieso es so gut bestellt ist um die Kultur in Sulzbach. „Rührig“ und „emsig“ sei der Sulzbacher Bürgermeister, hatte Schriftstellerin Deana Zinßmeister kürzlich in einem Interview fallen gelassen. Man kennt sich, man schätzt sich, und so kam es, dass die renommierte Autorin historischer Romane ihr druckfrisches erstes Jugendbuch, das ihr Verlag mit hohen Erwartungen auf der Buchmesse Frankfurt ins Rennen schickt, am 20. September in der Aula präsentierte – nicht in ihrem Heimatort Heusweiler und nicht in der Landeshauptstadt.


Für Adam ist diese Premierenlesung ein „Leckerbissen“, eine Art Bonus, und gleichzeitig die Quittung für sein Bemühen, Sulzbach zu einer Kulturinsel zu gestalten. Im Regionalverband hat Adam („etwas Kulturaffinität sollte man schon mitbringen“) als einziger Bürgermeister Kultur zur Chefsache gemacht – wie Kollege Armin König in Illingen. Parallelen gibt es da auch zu den Hauptspielstätten: hier die Aula, dort die Illipse.


Ob die Kultur in Illingen auf sechs Säulen ruht wie in Sulzbach, bleibt dagegen offen. Als Säule Nummer eins bezeichnet Adam die Kulturschaffenden selbst: „Wir sind ja die Stadt der großen Namen, nehmen sie nur Ludwig Harig, Eugen Helmé oder Fritz Zolnhofer. Mein Vorgänger Dieter Staerk hat diese Namen leben lassen.“ Adam selbst führt das nur zu gern weiter. Zumal es sich lohnt: „Das Salzbrunnenhaus ist gerappelt voll, wenn es um das Lebenswerk vom Ludwig Harig geht.“

Stützbauwerk Nummer zwei bildet die Politik. „Früher wurde hier im Rathaus ideologisch gestritten über Kultur“, heute steht der Stadtrat einstimmig hinter den Bemühungen um kulturelle Qualität und Vielfalt. Adams Taktik funktioniert so: „Einen Anstoß geben und dann loslassen. Das Thema muss zum Selbstläufer werden.“ Statt sie abzuwiegeln, erhalten Kreative ihre Chance, bestes Beispiel ist der Deutsch-Französische Chanson- und Liedermacherpreis „Sulzbacher Salzmühle“.

Die „hauptberuflichen Institutionen“ fasst Adam zu einer weiteren Säule zusammen, etwa die eigene Volkshochschule oder die Musikschule mit der integrierten Jazzscool von Christoph Mudrich, „deren Ruf weit über die Region hinaus strahlt“. Oder die Bücherei im Salzbrunnen-Ensemble, die eben nicht nur ein Anhängsel sei, gequetscht „in eine Ecke vom Gemeindesaal“.

Verlassen kann sich Adam auch auf seine Bürger. Der Kunstverein existiert jetzt zehn Jahre, gespeist aus ehrenamtlichem Engagement. Oder die örtliche Laienspielszene: „Drei der aktivsten Theatergruppen im Land sind unsere“, sagt der Rathauschef. Ebenfalls tragend und damit Nummer fünf sind die Wirtschaftsunternehmen, die regelmäßig als Sponsoren auftreten. „Da ist die Erkenntnis gereift, dass Kulturarbeit ein wichtiger Standortfaktor ist.“ Für die Statik nicht zwingend nötig, aber Adam trotzdem wichtig sei die letzte Säule namens Vielseitigkeit. „Wir versuchen, uns nicht nur in Nischen und Spartenkultur gut aufzustellen, sondern wollen allen Bürgern Angebote machen.“ Siehe Musiksommer: Der trifft den Nerv vieler. Selbst wenn es wie aus Kannen gießt, finden sich 50 unerschrockene Zuhörer zu den Open-Air Konzerten ein, „bei gutem Wetter sind es locker 300 bis 400“, erklärt Adam.

Generell reicht das Spektrum vom Kinderferienprogramm über Salz- und Kräutermarkt über einen falschen und einen echten Weihnachtsmarkt: „die Nacht der Engel und Sternenzauber. Beide finden großen Anklang.“ Spezieller wird es bei den Liebesroman Tagen oder dem Französischen Abend. Apropos: „Wir fahren seit 2010 die Frankreichstrategie. Da ist ein Riesenprogramm entstanden, was sich bis heute trägt.“ Realisieren lassen sich die rund 200 Veranstaltungen pro Jahr natürlich nicht allein: „Ich habe ein Riesenteam, auf das ich mich stützen kann.“ Als Gradmesser zieht Adam gern die Resonanz heran: „Wenn Leute von außerhalb sagen: Wir kommen gern rein, weil ihr so ein breites Spektrum habt, heißt das ja nichts anderes als: Lackmustest bestanden.“